Washingto
DC |
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Der erste Eindruck von Washington ist
dessen weiße Farbe. Das weiße Haus, der weiße Kongress
mit der weißen Kongressbibliothek und den weißen Ministerien,
weiße Monumente, die weißen Federal Reserves, weiße
<a href="http://www.segsinthecity.net/" target="_blank">"Monomobile"</a>.
All diese blendende Helligkeit wird passend von den akkuraten sattgrünen
Wiesen ergänzt. Außerdem ist auch die schwarze Farbe in
Washington gut vertreten. Abgesehen von 70% der schwarzen Bevölkerung
der Stadt (was ich am Tag nicht gemerkt habe) ist eine sechsmetergroße
schwarze Freiheitsstatue auf der Kuppel vom Congress nicht zu übersehen.
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Das erste Foto der Kapitolkuppel wurde
durch das Fenster der prachtvollen Kongressbibliothek gemacht. Hier
das Jefferson-Gebäude der Bibliothek von außen. |
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Das riesige Marmortreppenhaus am Haupeingang
der Renaissance-Bibliothek lässt einen lange verweilen, bevor
einige einzelne Bibliothekräume besichtigt werden können.
In den Räumen sind einzigartige alte Weltkarten ausgestellt sowie
eine der Gutenberg-Bibel und andere Unikate. |
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Aus den Busfenstern war noch ein weißes
Bauwerk nicht zu übersehen - die Washington Kathedrale. Diese
ist für alle Konfessionen offen und nicht in die Weltkulturerbeliste
von der UNESCO eingetragen. Der neogotische Dom ist schließlich
eine „frische“ Kopie von Notre Dame und Londoner Parlament
in einem. |
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Von den unzählbaren Memorials
in Washington möchte ich vor allem eines erwähnen: das Franklin
Rousevelt Memorial. In gewissen Maßen kann ich diesen Park-
und Skulpturenkomplex als alternativ bezeichnen. Interessant (mit
vielen „dynamischen“ Denkmälern wie das Denkmal der
Arbeitslosen der 1930er), vielfältig (mit unterschiedlichen Geschichtenerzählungen)
und sogar gemütlich (mit Wasserfällen, Spiegelungen auf
den glatten Steingefällen, Winkeln und Säulen auf der Parkfläche)
– so kann ich das Memorial kurz beschreiben. |
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Auf dem Arlington Militärfriedhof,
der durch seine tausenden weißen Grabstätten aufgefallen
ist, konnten wir die spektakuläre Wachablösung beobachten.
Der Gang der Soldaten ist für uns alles anders als „militärisch“
– kein preußischer Schritt, kein Paradengang, der auf
dem Roten Platz zu sehen war, sondern ein so genannter „Lateinischer“
Gang – sehr sanft, weich, fließend, „etwas weiblich“.
:)
Auf dem Friedhof sind ständig zeremonielle Gewehrschüsse
zu hören. Das Areal ist zwar riesig, aber Platz für neue
Gräber gibt es bei gleichem Tempo der Beerdigungen nur bis 2012.
Es gibt keine Blumen auf dem Militärfriedhof – das gehört
nicht hierher. |
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Abends wurde unsere Gruppe durch den
Konzertkomplex und gleitzeitig durch das Kennedy-Memorial geführt.
So interessant und äußerlich attraktiv wie dieser Mensch
war und so beeindruckend wie seine bescheidende Grabstätte auf
dem Arlington Friedhof ist, genau so ungeheuerlich scheint mir das
Denkmal für den Politiker in seinem Memorialkomlex. Auf einem
Podest dient eine Mischung aus Rinde und Kaugummi als Denkmal, wobei
ich es lieber ins Museum für abstrakte Performance platzieren
würde.
Kompensierend sind kluge Zitaten von Kennedy auf den Wänden des
Memorials eingraviert.
Beim hinteren Ausgang aus dem Kennedy Memorial öffnete sich uns
ein toller Blick auf den ruhigen Fluss Potomok, den wir bei sinkender
Sonne und platschenden Fontainen wie Urlaub im Urlaub genießen
konnten. |
Boston |
Nun
zu einer hübschen US-Stadt, die uns mit Regen und Regenbogen-Fähnchen
empfangen hat. Weiß-rote Farbe der Bostoner Backsteinhäuschen
im Stil, den ich als kolonial-hanseatisch bezeichnen würde,
spiegelte sich perfekt in den verwinkelten nassen Pflastersteinstraßen.
Studenten und Matrosen ziehen sorgenfrei durch die Gassen und um
den Hafen rum, wo ein nettes Cafés nach dem anderen und Fischrestaurants
leckere Gerüche verbreiten. Das alles gibt Boston europäisches
Flair und macht daraus eine gesunde harmonische Mischung aus Hamburg
und Stuttgart, so mein Eindruck. |
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Die Wolkenkratzerkulisse ist längst
nicht so überdimensioniert wie in New York, die grünen freien
Flächen finden ihren Platz auch in Geschäftszentren, die
Straßenplanung sieht mehr nach einem Spinnennetz als nach einem
Schachbrett aus. Ordnung, Sauberkeit, Gemütlichkeit und alteuropäisches
Flair – damit verbinde ich Boston. |
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Das Viertel um den alten Markt füllen
die netten Inselchen mit den Bauten aus den New England Zeiten. |
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Wie eine Miniatur steht offen mitten
in der Kreuzung einigen Straßen das alte Häuschen eines
englischen General-Gouverneurs. Das weiße Türmchen wirkt
besonders vorteilhaft auf dem dunklen Hintergrund eines Wolkenkratzers. |
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Die Zeit für einen Fischlokalbesuch
hat leider nicht gereicht, aber ein Fensterblick ins Innere eines
schönen Bistros hat sehr einladend gewirkt. Am Nachbartisch dieses
gemütlichen Lokals blätterte ein alter Intellektueller seine
Tageszeitung. Dieses Lokal nannte sich erstaunlicherweise „McDonald’s“.
:) |
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Auf dem Weg nach Boston besichtigten
wir die verregnete Atlantikküste. In Plymouth parken jetzt hunderte
von Jachten und vor vierhundert Jahren ankerte hier die „Mayflower“
und brachte die ersten 100 Pilgerväter aus England in die Neue
Welt. |
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Salem, ein anderer Bostoner Nachbarort
mit 30.000 Einwohnern „schenkte“ der Welt Halloween. Vor
lauter Einschränkungen des puritanischen Lebens haben sich ein
paar Dorfmädchen „just for fun“ gruselige Geschichten
ausgedacht. Die übertriebene panische Reaktion der Dorfbewohner
hat einen Gerichtsprozess verursacht. Im Museum, das sich übrigens
im alten Kirchengebäude befindet, ist die ganze Geschichte inklusive
Folterungen und Gerichtsverfahren mit Wachsfiguren detailliert und
theatralisch nachgebildet. |
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Ein architektonisch wunderbar gestaltetes
Kirchengebäude in Boston ist durch die Gelder der (prominenten)
Scientologen entstanden. |
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Im Glasturm mitten in dem riesigen
Architekturkomplex, der komplett den Scientologen gehört, sitzen
die Hauptverwalter der Scientologykirche. Womit sich die Insassen
beschäftigen, kann vielleicht Tom Cruise besser erklären.
Mich hat vor allem die Architektur fasziniert. |
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Cambridge ist nur einige Kilometer
von Boston entfernt. Neben der bekannten Harvard-Universität
befinden sich in Cambridge solche architektonische Schönheiten
wie eine Feuerwehrstation. |
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Viele schlossartige Harvard-Gebäude
wurden von Geldern der ehemaligen Absolventen gebaut. Ob diese Kathedrale
dazu gehört? |
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Nun kann ich Cambridge und Harvard
voneinander unterscheiden. Die Sache mit Oxford-Stanford bleibt für
mich noch offen, aber dazu komme ich noch irgendwann. Solange lassen
wir uns mal den Blick auf die Bostoner Skyline werfen und damit die
USA-Fotoberichte abschließen. |