Nowgorod
180 km südlich von St. Petersburg liegt eine
der ältesten Städte Russlands Nowgorod. Zwischen den beiden
Städten
konnten wir aus dem Busfenster meistens nur Moorlandschaft sehen. |
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Angekommen sind wir bei diesem Kiosk auf dem
Platz vor dem Nowgorod-Kreml. |
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Nowgorod (gegründet im Jahre 859) liegt an dem
Fluss Wolchow (6 km von dem Ilmensee). Wir schauen von der Sophien-Kreml-Seite
über den Fluss auf die Markt-Seite Nowgorods, wo Kaufmannfamilien
lebten. Im 10. Jahrhundert war diese Hansestadt zweitgrößte Stadt
Russlands nach Kiew und später die drittbedeutendste Stadt nach
Moskau und Pskow. Vom 12. bis 15. Jh. war Nowgorod die Hauptstadt
der reichen und einflussreichen Nowgoroder Republik. Was wir auf
dem Foto als Bogenkonstruktion sehen, ist alles, was vom alten
Markt übrig geblieben ist. |
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7 km südlich von Nowgorod liegt das Juriew-Kloster,
das im 12. Jh. schriftlich erwähnt wurde. Die weiße Kirche mit
blauen Kuppeln ist die Georgij-Kathedrale. Momentan wohnen im
Kloster ca. 20 Mönche. |
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Unmittelbar vor dem Kloster gibt es ein schönes
Open-Air Museum für Holzbaukunst. Auf einem großen und landschaftlich
herrlichen Grundstück stehen Häuser, Kirchen, Windmühlen, Speicher
der verschiedenen Regionen des Nowgorod-Landes - und alles aus
Holz. |
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Die meisten Häuser sind offen für Besichtigung.
Deren Interieur ist immer ähnlich: in einer Ecke steht ein Ofen,
gegenüber dem Ofen in der sog. roten Ecke ein Esstisch,
über dem eine Ikone hängt. Unter der Ikone hat immer der Herr
des Hauses gesessen. An allen Wänden stehen Bänke oder Truhen,
worauf Kinder geschlafen haben. Auf dem Ofen durften nur Ältere
schlafen. Hinter einer Wand war gleich ein Viehstall. |
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Eine typische große Kirche Nowgorods. |
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Eine kleine Kirche. |
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Jetzt sind wir wieder in der Stadt, diesmal
auf seiner Markt-Seite, im Jaroslaw-Viertel. |
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In der überschaubaren Innenstadt haben Dutzende
mittelalterlicher Kirchen siebzig Jahre kämpferischen Atheismus
überstanden. |
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Vor dem Eingang in den Kreml standen zwei Krieger
und ein Polizist, der viel weniger bedrohlich aussah, als die
Krieger. Als einer der Krieger meine Kamera gesehen hat, wollte
er für das Foto Geld verlangen. Meine Antwort war Ok, ich
lösche dann das Bild von der Karte, worauf der Krieger sagte
Wir glauben Ihnen sehr, junge Dame. Ich habe mein
Wort gehalten. Die Karte ist jetzt formatiert. |
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Der Kreml ist zurzeit ein historisches Museum
und Architekturschutzgebiet. Das riesige Denkmal 1000 Jahre
Russland (1998) schmückt den mittleren Teil des Kreml. Das
Denkmal in Form einer Glocke gibt sehr detailliert die Geschichte
des Landes wieder, beginnend vom Begründer Russlands, dem Warägerfürst
namens Rurik. |
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Rund um die Glocke stehen verschiedene bedeutende
Figuren der Zaren, Aufklärer, Philosophen, Befreiungskrieger usw.
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Die Glockenwand (15. Jh.) der Sophien-Kathedrale.
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Wie ich zufällig mitgehört habe, wurde diese
Tür der Sophien-Kathedrale (11. Jh.) aus Magdeburg nach Russland
gebracht. Ob es ein Geschenk war oder eine Trophäe?.. |
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Der Streifenturm des Kreml (1673). |
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Ein Stück der Kremlwand und ein Abstieg zum
Wolchow (Aussicht von der Brücke). Nach einer Legende haben die
alten Nowgoroder ihre verurteilten Mitbewohner von der Brücke
ins Wasser geworfen. Irgendwann ist der Fluss im Winter nicht
mehr eingefroren und rötlich geworden
Nun verlassen wir Nowgorod und kommen zurück zum
Newaufer. |
| St. Petersburg:
Scheremetewpalast (Fontannij Dom) |
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Einige Meter von der Kreuzung Newski Prospekt
Fontanka Ufer entfernt steht seit 1755 der Palast der Familie
Scheremetew. Der Graf Peter Scheremetew war ein Mitstreiter von
Peter I. 150 Jahre lang war der Palast ein Zentrum des Theater-
und Musiklebens in St. Petersburg. Der letzte Scheremetew hatte
1918 den Palast dem Staat übergeben müssen. |
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Momentan gehört das Palastgebäude dem Museum
für Theater- und Musikkunst und wird schrittweise restauriert.
Im weißen Saal, der ursprünglich für zeremonielle Trauungen gebaut
wurde, finden heute Symphoniekonzerte statt.
Einer der Museumssäle dient im Rahmen der Palastbesichtigung
als kleiner Opernsaal, in dem das Publikum Opern von Rimski-Korsakow,
Mussorgski oder Glinka auf einer großen Leihwand sehen und hören
kann. |
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Ein Teil des Palasts enthält eine interessante
und umfangreiche Musikinstrumentensammlung. Solche, auf dem Foto
abgebildeten, schmalen und kompakten Violinen (teilweise in Form
eines Spazierstockes), hatten früher Tanzlehrer für ihren Unterricht
genutzt, um daraus einfache Töne zu entlocken.
Im Fontannij Dom werden leider
keine Führungen angeboten. Aber einige nette Aufseherinnen können
vieles zu den Räumen und zur Palastgeschichte erzählen. |
| St. Petersburg:
Hubschrauberflug |
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Zum ersten Mal im Leben bin ich während dieses
Urlaubs mit dem Hubschrauber geflogen. Der Flug dauerte nur 12
Minuten, aber ich hatte da oben vor lauter Faszination die Zeit
verloren. |
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Vor dem Start musste ich so dumme
Fragen stellen wie z.B. Wie stark ist der Lärm im Hubschrauber?,
Muss man etwas kauen, damit die Ohren nicht taub werden?,
Wird es einem während des Starts schlecht? usw., wie
man es vom Flugzeugfliegen her kennt.
Einer der drei erfahrenen Piloten
hatte nur mit einem Lächeln und einem Satz geantwortet: Keine
Panik, alles ist genau so wie im Bus, nur viel interessanter!.
Ok, dann los! |
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Von der Peter-und-Paul-Festung sind wir zur
Schlossbrücke geflogen. Diese Aussicht mit der Isaakskathedrale
kennt man schon ziemlich gut. Die Brücke führt rechts zu der Wassiliewski-Insel.
Auf dem Foto ist einer der zwei roten Leuchttürme zu sehen. Vor
der Brücke haben wir uns um 180 Grad gedreht und sind dann in
Richtung Troitzkij-Brücke geflogen. |
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Hier sehen wir den Suworow-Platz, das Marsfeld
und vorne rechts den Marmorpalast. Im Marmorpalast war ich ein
einziges Mal. Im Alter von 10 Jahren hatten ich und alle meine
Klassenkameraden dort an der Zeremonie zum Pionierschwur teilgenommen. |
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Das Newa Ufer wird zurzeit stark mit Neubauten
(ab 1000 Euro pro Quadratmeter) zugestellt. Etwas weiter sehen
wir den Tawritscheski-Palast (wurde von Katharina dem Fürst Potemkin
geschenkt) und den Park. Momentan wird der Palast von der Duma
benutzt.
Nach dem Flug sind mir sehr stark
die Farben der Stadt in meiner Erinnerung geblieben: Die meisten
alten Häuser sind gelb und deren Dächer sind rot. |
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Wir fliegen über das Smolnij-Kloster mit der
Kathedrale in hellblauen Tönen. Smola heisst in Russisch
Pech. Auf dieser Stelle wurde Pech zur Zeit Peters I. für den
Schiffsbau gegossen. Als Kloster wurde das Gebäude nur 20 Jahre
genutzt. Später ist aus diesem Gebäude das Smolnij Institut
für vornehme Damen geworden. Hinter der Bolscheochtinski-Brücke
endet der historische Teil St. Petersburgs. Vor der Brücke haben
wir uns wieder gedreht und sind dann zurück geflogen. |
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Jetzt fliegen wir über die Wassiliewski-Insel.
Auf dieser Insel wollte Peter I. viele Kanäle, anlegen und somit
aus St. Petersburg wirklich das Venedig des Nordens zu machen.
Allerdings hatten die jährlichen Überschwemmungen stets so starke
Schäden auf der Insel verursacht, dass beschlossen wurde, statt
der Kanäle wieder normale Straßen anzulegen. Jetzt haben wir 21
streng parallele Linien und drei überquerende Prospekte auf der
Insel.
Das schöne Gebäude mit mehreren Innenhöfen ist die Kunstakademie
(1757), wo einige der Architekten studierten, die auch die berühmten
Paläste in der Stadt und in der Umgebung aufbauen ließen.
Auf dieser Stelle haben unsere Piloten den Flug
noch unvergesslicher gemacht: Auf einmal ist die Maschine nahezu
senkrecht nach oben geflogen und hat sich dann sofort auf die
linke Seite gelegt, um eine Kurve zu beschreiben. In einem Augenblick
habe ich nur den Himmel gesehen und als im Fenster die Eremitage
erschien, wurde mir klar, dass es eine sehr starke (180 Grad)
Kurve war. |
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Hier ganz vorne sehen wir einen Teil des Winterpalastes,
dann den Schlossplatz mit der Alexandersäule, die allein durch
ihr Eigengewicht steht. Das halbrunde gelbe Gebäude ist der Generalstab
des Außen-, Verteidigungs- und Finanzministeriums (gebaut im 1829). |
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Dann sind wir eine Ehrenrunde über den Revolutions-Urheber,
dem Panzerkreuzer Aurora, der gegenüber dem Hotel St. Petersbrurg
liegt, geflogen. |
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Nun kehren wir langsam zum Petrogradskij Bezirk
zurück. Am Anfang meiner Steininselstraße Kamennoostrowski
Prospekt steht eine Moschee. |
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Kurz vor der Landung werfen wir unseren Blick
auf den Hof des Artilleriemuseums.
Somit ist unser Flug beendet. |