Fotoalbum "St. Petersburg 2/4:
Nachbarstädte Strelna, Puschkin, Pawlowsk"

In diesem Album erzählen wir über drei kleine Nachbarstädtchen von St.Petersburg.

Strelna
In den knapp zwei Jahren seit meinem letzten Besuch hat sich hier einiges verändert. Solche Änderungen wie z.B. die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers konnte man hier über das Fernsehen verfolgen. Aber den komplett restaurierten Konstantinpalast in Strelna (20 km südwestlich von der Stadt) habe ich erst bei der 300. Geburtstagsfeier St. Petersburgs gesehen. Kurz wurde hier in Nachrichten gezeigt, wie Schröder und andere Gäste die neuen Appartements des Palastes bewundern.

In diesen Villen wohnen jetzt Stadtgäste, Promis und Putin selbst, wenn er seine Heimatstadt besucht.

Das gesicherte Territorium des Residenzkomplexes darf man nur in einer Touristengruppe (in der Regel 15 Leute) oder mit einer besonderen Genehmigung betreten. Man darf sich in keinem Fall von der Gruppe trennen. Überall wird man beobachtet und kontrolliert, im Palast sogar mit einem Metallsuchgerät.

Die Treppe hinter dem „Tor“ auf dem Foto führt zum Konstantinpalast.

Jetzt haben wir das Tor hinter uns. Im Hintergrund ist ein administratives Gebäude der Residenz geblieben. Früher war in diesem Haus ein Pferdestall.
Jetzt stehen wir vor dem Konstantinpalast. In der Laterne sind sicherlich Überwachungskameras versteckt.
Zwischen dem Palast und der Küste des Finnischen Meerbusens liegt ein großer Park. Peter I wollte in Strelna seine Sommerresidenz mit Fontaine einrichten. Das ganze sollte der prächtigen Russlandshauptstadt entsprechen. Aber die Landschaftsbedingungen haben es nicht ermöglicht, das Prinzip der kommunizierenden Röhren für die Fontaine zu nutzen. In Peterhof (10 km weiter) gab es ein stärkeres Gefälle zwischen dem potenziellen Palast und dem Meer, deshalb hat man sich doch für Peterhof als Sommerresidenz entschieden. Die Bauarbeiten des Strelna-Palastes wurden für längere Zeit unterbrochen.
Erst fast 80 Jahre später (1804) wurde der Palast nach einigen Bränden komplett fertig.
Hier das Arbeitszimmer des letzten Palastbesitzers Dmitri Konstantinovitsch. Sein Lieblingsgemälde „Der Sonnenuntergang“ von Kuindgi hat er auf Reisen immer mit sich mitgenommen. Der Maler war um die Auswirkung des anderen Klimas auf die Farben besorgt, aber das Bild war auf den Reisen sehr gut geschützt. Der Besitzer wollte es bloß bei sich in der Nähe haben.
Ein Fensterblick auf den Kanal zum Meer. Das helle Gebäude fast am Meer ist ein Konversationspavillon. Der Kanal wurde erst vor kurzem mit Wasser gefüllt. Im ganzen Park wurden 2 Meter Erdschicht aufgeschüttet. Auf dieser Seite ist ein guter Vergleich „Strelna: vorher-nachher“ dargestellt.
Unter dem Kronleuchter im Marmorsaal steht der 6-eckige Gesprächstisch. Der Marmorsaal sowie der Blaue saal wurden exakt nach den alten Aquarellbildern und Beschreibungen restauriert.
Der Belvedere ist für informelle Treffen und Zigarrengespräche gedacht. Aus diesem schönen Zimmer im Stil einer Schiffsmesse führt eine Rundtreppe nach oben zum höchsten Aussichtspunkt des Palastes, von wo man bei gutem Wetter einen wunderbaren Park- und Meerblick hat.
Puschkin
Dieses kleine Städtchen (20 km südlich von St. Petersburg) ist vor allem durch den prächtigen Katharinapalast bekannt. Neben dem schicken Barockpalast steht wie im Schatten der zweite, weniger bekannte Alexanderpalast (Architekt Kvarengi, ca. 1790, gebaut für Alexander Pawlowitsch, den Enkel Katharina II). In diesem Palast haben einige Zarengenerationen gewohnt. Von hier wurde die ganze Familie Nikolaus II nach Tobolsk in die Verbannung weggebracht. Später waren hier ein Partei-Sanatorium und ein Waisenhaus. Während des 2. Weltkrieges saß im Palast die Gestapo und nutzte Teile des Palastes als Gefängnis. Seit 1997 wird der Palast als Museum langsam restauriert.

Unser Programm hat die Palastbesichtigung nicht enthalten.

Schließlich sind wir nach Puschkin gekommen, um das im Mai 2003 geöffnete Bernsteinzimmer des Katharinapalasts zu besichtigen.

Peter I hat das Grundstück in dieser Gegend seiner Frau Katharina I geschenkt. Der erste bescheidene Palast (Arch. Braunstein, 1710) wurde gleich Katharinapalast genannt. 40 Jahre später baut der Architekt Rastrelli den Palast im Stil des russischen Barocks für die Zarin Elisabeth (Enkelin von Peter I) um. Außen war der umgebaute Palast erstmal nur gold und blau. Als die Zarin von der im Gold gespiegelten Sonne geblendet war, mussten die Wände auch etwas Weißes bekommen.

Seitlich (rechts von der Kirche) wurde an den Palast eine elitäre Lehranstalt (Imperatorlyzeum) angebaut. Einer der größten Dichter Russlands Alexander Puschkin hat hier gelernt.

Von der linken Seite grenzt zum Palast die Galerie (Arch. Kameron) mit der Achatkammer, den kalten Bädern und dem hängenden Garten.
Durch die Galerie ist man früher bei schlechtem Wetter spazieren gegangen.
Bei gutem Wetter kann man bis heute im riesigen Park (100 Hektar) vor dem Palast spazieren gehen. Hier sehen wir die „hanseatischen“ Admiralitätsgebäude.
Jetzt schauen wir aus einem Palastfenster auf den Park. Hinter dem Teich steht das kleine Eremitagegebäude (Arch. Rastrelli, der übrigens auch das große Eremitagengebäude in St. Petersburg projektiert hat). Im Park gibt es zahlreiche Pavillons, Skulpturen und Gedenkstatuen.
Der große Thronsaal des Palastes mit seinen riesigen Fenstern, Spiegeln, Kerzenlampen, Barockformen – und alles in ca. 6.000 Kubikmeter!
Einer der interessantesten Meisterwerke des heutigen Palastes: das berühmte Bernsteinzimmer. Hier steht etwas mehr darüber. Die einzige emotionale Ergänzung von mir: im Raum herrscht eine faszinierende Atmosphäre alleine von dem Gedanken, was für eine Geschichte das legendäre Zimmer hat.
Neben dem Bernsteinzimmer liegt das Grüne Speisezimmer im für den Palast ungewöhnlichen Frühklassizismusstil.
Das Dampfbadgebäude am Teich zwischen dem Palast und der kleinen Eremitage.
Wir verlassen Puschkin quasi durch das Ägyptische Tor (1830) mit Eisenverkleidung. Viele Muster auf den Platten sind den uralten Originalen nachgemacht.
Pawlowsk
In diesem Städtchen (5 km von Puschkin), dessen Park ich im Herbst am liebsten mag, sind wir wie immer einfach spazieren gewesen, haben frische Luft geschnappt, die Skulpturen angeschaut und mit netten Freunden Anja und Lescha geplaudert.

Ein paar Fotos, die ich nebenbei gemacht habe, lasse ich einfach kommentarlos.

 

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© 2003—2008 Valentina Behn