Strelna |
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In den knapp zwei Jahren seit meinem letzten
Besuch hat sich hier einiges verändert. Solche Änderungen wie
z.B. die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers konnte man hier über
das Fernsehen verfolgen. Aber den komplett restaurierten Konstantinpalast
in Strelna (20 km südwestlich von der Stadt) habe ich erst bei
der 300. Geburtstagsfeier St. Petersburgs gesehen. Kurz wurde
hier in Nachrichten gezeigt, wie Schröder und andere Gäste die
neuen Appartements des Palastes bewundern.
In diesen Villen wohnen jetzt Stadtgäste, Promis und
Putin selbst, wenn er seine Heimatstadt besucht. |
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Das gesicherte Territorium des Residenzkomplexes
darf man nur in einer Touristengruppe (in der Regel 15 Leute)
oder mit einer besonderen Genehmigung betreten. Man darf sich
in keinem Fall von der Gruppe trennen. Überall wird man beobachtet
und kontrolliert, im Palast sogar mit einem Metallsuchgerät.
Die Treppe hinter dem Tor
auf dem Foto führt zum Konstantinpalast. |
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Jetzt haben wir das Tor hinter uns. Im Hintergrund
ist ein administratives Gebäude der Residenz geblieben. Früher
war in diesem Haus ein Pferdestall. |
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Jetzt stehen wir vor dem Konstantinpalast. In
der Laterne sind sicherlich Überwachungskameras versteckt. |
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Zwischen dem Palast und der Küste des Finnischen
Meerbusens liegt ein großer Park. Peter I wollte in Strelna seine
Sommerresidenz mit Fontaine einrichten. Das ganze sollte der prächtigen
Russlandshauptstadt entsprechen. Aber die Landschaftsbedingungen
haben es nicht ermöglicht, das Prinzip der kommunizierenden Röhren
für die Fontaine zu nutzen. In Peterhof (10 km weiter) gab es
ein stärkeres Gefälle zwischen dem potenziellen Palast und dem
Meer, deshalb hat man sich doch für Peterhof als Sommerresidenz
entschieden. Die Bauarbeiten des Strelna-Palastes wurden für längere
Zeit unterbrochen. |
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Erst fast 80 Jahre später (1804) wurde der Palast
nach einigen Bränden komplett fertig. |
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Hier das Arbeitszimmer des letzten Palastbesitzers
Dmitri Konstantinovitsch. Sein Lieblingsgemälde Der Sonnenuntergang
von Kuindgi hat er auf Reisen immer mit sich mitgenommen. Der
Maler war um die Auswirkung des anderen Klimas auf die Farben
besorgt, aber das Bild war auf den Reisen sehr gut geschützt.
Der Besitzer wollte es bloß bei sich in der Nähe haben. |
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Ein Fensterblick auf den Kanal zum Meer. Das
helle Gebäude fast am Meer ist ein Konversationspavillon. Der
Kanal wurde erst vor kurzem mit Wasser gefüllt. Im ganzen Park
wurden 2 Meter Erdschicht aufgeschüttet. Auf dieser Seite ist ein guter Vergleich Strelna:
vorher-nachher dargestellt. |
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Unter dem Kronleuchter im Marmorsaal steht der
6-eckige Gesprächstisch. Der Marmorsaal sowie der Blaue saal wurden
exakt nach den alten Aquarellbildern und Beschreibungen restauriert.
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Der Belvedere ist für informelle Treffen und
Zigarrengespräche gedacht. Aus diesem schönen Zimmer im Stil einer
Schiffsmesse führt eine Rundtreppe nach oben zum höchsten Aussichtspunkt
des Palastes, von wo man bei gutem Wetter einen wunderbaren Park-
und Meerblick hat. |
| Puschkin |
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Dieses kleine Städtchen (20 km südlich von St.
Petersburg) ist vor allem durch den prächtigen Katharinapalast
bekannt. Neben dem schicken Barockpalast steht wie im Schatten
der zweite, weniger bekannte Alexanderpalast (Architekt Kvarengi,
ca. 1790, gebaut für Alexander Pawlowitsch, den Enkel Katharina
II). In diesem Palast haben einige Zarengenerationen gewohnt.
Von hier wurde die ganze Familie Nikolaus II nach Tobolsk in die
Verbannung weggebracht. Später waren hier ein Partei-Sanatorium
und ein Waisenhaus. Während des 2. Weltkrieges saß im Palast die
Gestapo und nutzte Teile des Palastes als Gefängnis. Seit 1997
wird der Palast als Museum langsam restauriert.
Unser Programm hat die Palastbesichtigung
nicht enthalten. |
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Schließlich sind wir nach Puschkin gekommen,
um das im Mai 2003 geöffnete Bernsteinzimmer des Katharinapalasts
zu besichtigen.
Peter I hat das Grundstück in dieser Gegend seiner Frau
Katharina I geschenkt. Der erste bescheidene Palast (Arch. Braunstein,
1710) wurde gleich Katharinapalast genannt. 40 Jahre später baut
der Architekt Rastrelli den Palast im Stil des russischen Barocks
für die Zarin Elisabeth (Enkelin von Peter I) um. Außen war der
umgebaute Palast erstmal nur gold und blau. Als die Zarin von
der im Gold gespiegelten Sonne geblendet war, mussten die Wände
auch etwas Weißes bekommen.
Seitlich (rechts von der Kirche)
wurde an den Palast eine elitäre Lehranstalt (Imperatorlyzeum)
angebaut. Einer der größten Dichter Russlands Alexander Puschkin
hat hier gelernt. |
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Von der linken Seite grenzt zum Palast die Galerie
(Arch. Kameron) mit der Achatkammer, den kalten Bädern und dem
hängenden Garten. |
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Durch die Galerie ist man früher bei schlechtem
Wetter spazieren gegangen. |
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Bei gutem Wetter kann man bis heute im riesigen
Park (100 Hektar) vor dem Palast spazieren gehen. Hier sehen wir
die hanseatischen Admiralitätsgebäude. |
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Jetzt schauen wir aus einem Palastfenster auf
den Park. Hinter dem Teich steht das kleine Eremitagegebäude (Arch.
Rastrelli, der übrigens auch das große Eremitagengebäude in St.
Petersburg projektiert hat). Im Park gibt es zahlreiche Pavillons,
Skulpturen und Gedenkstatuen. |
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Der große Thronsaal des Palastes mit seinen
riesigen Fenstern, Spiegeln, Kerzenlampen, Barockformen
und alles in ca. 6.000 Kubikmeter! |
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Einer der interessantesten Meisterwerke des
heutigen Palastes: das berühmte Bernsteinzimmer. Hier steht etwas mehr darüber. Die einzige emotionale
Ergänzung von mir: im Raum herrscht eine faszinierende Atmosphäre
alleine von dem Gedanken, was für eine Geschichte das legendäre
Zimmer hat. |
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Neben dem Bernsteinzimmer liegt das Grüne Speisezimmer
im für den Palast ungewöhnlichen Frühklassizismusstil. |
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Das Dampfbadgebäude am Teich zwischen dem Palast
und der kleinen Eremitage. |
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Wir verlassen Puschkin quasi durch das Ägyptische
Tor (1830) mit Eisenverkleidung. Viele Muster auf den Platten
sind den uralten Originalen nachgemacht. |
| Pawlowsk |
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In diesem Städtchen
(5 km von Puschkin), dessen Park ich im Herbst am liebsten mag,
sind wir wie immer einfach spazieren gewesen, haben frische Luft
geschnappt, die Skulpturen angeschaut und mit netten Freunden
Anja und Lescha geplaudert.
Ein paar Fotos, die ich nebenbei gemacht habe, lasse
ich einfach kommentarlos.
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