Fotoalbum "Besuch von Paula (16.-23.05.2004)"

Seit 11 Jahren haben wir uns nicht gesehen. Die Freude beim Treffen war gigantisch, trotz einer Kleinigkeit mit Paulas Gepäck. In London beim Zwischenstopp gab es nicht genug Zeit, um das Gepäck umzuladen. Deswegen kam der Koffer erst mit der nächsten Maschine.

Das erste (für Paula) deutsche Bier in einem Restaurant im Zentrum von Bonn. Wie wenig braucht ein Mensch, um glücklich zu sein :-).
Es ist oft so, dass man vieles aus der eigenen Umgebung erst dann kennen lernt, wenn man Besuch hat. So war es bei uns mit der alten Stadt aus den Römerzeiten - Aachen.

In diesem Pavillon (Elisenbrunnen) auf dem Foto gibt es zwei Becken mit fließendem Mineralwasser. Damals wurde auf dieser Stelle die "Aquastadt" Aachen von den Römern gegründet.

Der zentrale Platz der Stadt liegt zwischen zwei Hauptgebäuden. Eins davon ist das alte Rathaus, das von Karolingern gebaut wurde. In 14. Jahrhundert wurde das Rathaus im gotischen Stil umgebaut. Später im 18. Jh. hat man Gotik als altmodischer mittelalterlicher Stil gehalten. Die Wände des Rathauses haben dann viele Barockelemente bekommen. 100 Jahre später hat man sich entschieden, das Gebäude doch wieder im gotischen Stil umzubauen. Die Haupttreppe auf dem Foto wurde jedoch im Barockstil gelassen.
Das zweite Hauptgebäude der Stadt ist der Dom, der gegenüber vom Rathaus steht. Drin wurden lange Zeit die deutschen Könige gekrönt. Karl der Große ist im Dom begraben.

Wir sehen wieder eine Mischung aus einems romanischen und einem gotischen Stil.

Ein Tag des Urlaubs wurde für Köln reserviert. Der Dom, der alte Markt, das Rheinufer, das Haus Nr. 4711 - alles war der bekannte obligatorische Teil des Spazierganges. Für uns haben wir aber diesmal etwas Neues entdeckt - das ruhige Höfchen direkt neben der St. Martin Kirche.
An einem sehr warmen Tag haben wir eine nette Wanderung gemacht. Erstmal der Mosel entlang gefahren und dann zu Fuß von Moselkern zur Burg Eltz durch den schattigen Tal im Wald gelaufen. Dabei wurden sogar alle möglichen Lieder gesungen - einfach fantastisch!
Ein Ausblick aus einem natürlichen Fenster in der Burg. Die Burg wurde von drei Kurfürstenfamilien als Wohnhaus auf einem Felsen gebaut.

In der Nähe von der Burg gibt es Ruinen von einer anderen Burg. Innerhalb von 4 Jahren wurde die andere Burg als Angriffs- und Kontrollpunkt genutzt. Die Trierer Kurfürsten haben versucht, die Burg Eltz zu erobern. Der Versuch war erfolglos.

Auf dem Rückweg war eine kurze Pause an dieser idyllischen Stelle.
Am nächsten Tag stand die Abtei Heisterbach im Siebengebirge auf dem Programm. Das Kloster existiert immer noch. Die Ruine der alten Kirche wird jetzt bei Gottesdiensten und Konzerten benutzt.
Die Ruine ist eigentlich der interessanteste Punkt des Klosters. Früher war es eine Kirche, bis die Säkularisationszeiten kamen. Im Jahr 1804 hat die bergische Regierung beschlossen, die Steine für andere Zwecke zu nutzen - zum Beispiel für den Bau eines Kanals zwischen Neuss und Venlo.
Das Kloster wurde von den Zisterziensern gegründet. Es gab hier viele Manufakturen und sogar eine Bierbrauerei.
Die Strecke von Heisterbach bis zum Petersberg war nicht lang, aber sehr steil und anstrengend. Singen konnte man unterwegs nicht mehr. Ein wenig erschöpft stehen wir nun auf dem Petersberg und hinter uns ist Bonn am Rhein!
Eine Überraschung hat auf uns gewartet. Neben der ehemaligen Staatsresidenz war diesmal keine Hochzeit, sondern ein Trabi-Treffen.

Unser Gast hat eine ziemlich sarkastische Bemerkung über diesen kultigen DDR-Wagen gemacht... Klar, es sind keine Cadillacs, aber was für Farben, was für ein Motorklang!!!

Diese "Familienwagen" treffen jeden Geschmack :-).
Nächster Punkt des Kulturprogramms ist der Flug nach München und die Fahrt zum Schloss Neuschwanstein. Dank Sven und Vica haben wir diese herrliche bayrische Ecke kennen gelernt!
Das Wetter war nicht besonders attraktiv - im Hintergrund sieht man tiefe Wolken, aus denen es oft tropfte oder sogar goss, aber die Landschaft und die Ausblicke sind trotzdem fantastisch gewesen!
In diesem Familienschloss Hohenschwangau hat König Ludwig II. seine Kindheit verbracht. Gegenüber von diesem Schloss wurde später das weiße Neuschwanstein gebaut. Die Familie war fasziniert von Schwänen. In der Nähe der Schlösser liegt der Schwanensee.
Paula wartet auf die Schlossbesichtigung. Ehrlich gesagt, wurde uns nicht besonders viel während der Führung gezeigt und erzählt. Die meiste Zeit standen wir in einem von den 5 gezeigten Räumen oder in einem Flur und warteten, bis die Gruppe vor uns weg ist und uns Platz macht.

Am Eingang haben wir bombastischen Funkgeräte bekommen, aus denen man ein bisschen Wagner Musik hören konnte. Zwischen den Musikstücken wurde auf gutem Russisch etwas über die Geschichte des Schlosses und über die Dekorationen der Räume erzählt.

Die meisten Wände und Decken sind mit Malereien zu den Motiven aus germanischen Sagen bedeckt. Das Schlafzimmer ist ganz dunkel und im gotischen Stil. Überall sind Schwäne zu sehen - entweder als Figuren oder als Bilder.

Einer der herrlichen Aussichten aus dem Schloss. Die Brücke hängt über einen Tal mit einem lauten Wasserfall.

König Ludwig II. wurde schon im jungen Alter als nicht geeignet für die Macht angesehen. Wagner war sein bester Freund. Einige Schlösser wurden nicht komplett gebaut. Die Staatskasse war leer und auf einmal war der König tot. Laut einer Version ist er im Starnbergersee ertrunken.

Auf die Brücke sind wir selbstverständlich auch gegangen. Schließlich ist von der Brücke das Schloss und die Seelandschaft im Hintergrund sehr gut zu sehen. Paula hat wegen ihrer Höhenangst viel verpasst.
Den letzten Urlaubstag haben wir in München verbracht. Den ganzen Vormittag hat es geregnet, deshalb gibt es nicht viele Fotos. Hier sind die Kuppeln von der Frauenkirche im Hintergrund.
Um den Regen und die Kälte zu vermeiden, haben wir viele Kirchen besucht. Die Ausstattung war sehr unterschiedlich vom Stil und es war immer interessant wie in Museen.

Hier steht Andreas vor der Barockkirche.

Nach den Kirchen und einem leckeren fränkischen Essen ("Sechs mit Kraut" natürlich!) war es vorbei mit dem Regen. Im Englischen Garten konnte man wunderbar spazieren gehen.
Eine Aussicht aus dem kleinen Pavillon im Englischen Garten. Die Farben der Blumen sprechen für sich: wir sind in Bayern!

Die Wege im Garten sind außergewöhnlich weiß, sowie die Schuhsohlen nach dem Spaziergang. Das ist durch viel Lehm im Münchener Boden bedingt.

Der letzte Punkt des Kulturprogramms in München ist die ungeplante Besichtigung des Mercedes Tower. Alles ist natürlich chic und komfortabel, aber doch kein Porsche! :-)))

Bis zum nächsten Mal an alle Mitreisenden und bis zum nächsten Album an meine Homepagebesucher.

© 2003—2008 Valentina Behn