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An einem ruhigen Morgen sind wir
auf das Dach des einzigen modernen Wolkenkratzers (210 m) im Zentrum
von Paris gestiegen. Der 58etagige Tour Montparnasse wurde als „Fremdkörper“
nur deshalb akzeptiert, weil sich von der Dachterrasse ein eindrucksvolles
Panorama mit vielen Details auf die ganze Stadt bietet.
Direkt unter dem Turm befindet sich der Friedhof Montparnasse,
der mich an dem Lissabonner Cemitério
dos Prazeres erinnert. Auf diesem Gelände südlich
vom Stadtzentrum standen bis 1824 mehrere Mühlen.
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So ein Blick öffnet sich vom Tour
Montparnasse auf den Parc du Champs de Mars, den Eiffelturm und das
Hochhausviertel La Defence im Westen von Paris. |
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Nun sind wir wieder auf dem festen
Boden und sehen die Kirche Madeleine (gebaut Mitte des 19 Jh.),
die mit ihren Kolonnaden mit korinthischen Säulen wie ein griechischer
Tempel wirkt. |
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Das pompöse Opernhaus Grande Opéra
(Opéra Garnier) wurde vom jungen Architekt Garnier 1860 entworfen.
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Eine Oase der Ruhe mitten im Zentrum
von Paris: der Ehrenhof vom Palais Royal.
Der Palast wurde für Kardinal Richelieu im 17. Jh. gebaut.
Nach dem Tod des Kardinals erbte der König den Wohnsitz, daher
der Name „Königlicher Palast“. Als Ludwig XIV.
das Gebäude seinem Bruder Herzog von Orléans überließ,
entstanden hier viele Ladenlokale und der Garten, die vom Sohn des
Herzogs wegen der finanziellen Schwierigkeiten von ersterem vermietet
wurden. Heute ist das Palais Royal Sitz des Kulturministeriums.
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Die Polizei hatte im 17.-18. Jh.
keinen Zutritt, so dass unter den Säulengängen in den
Palastarkaden nicht nur Cafes, Theater, Spielhäuser, Wettbuden
und Bordelle ansiedelten, sondern auch liberale Clubs, in denen
antimonarchistische Ideen propagiert wurden. Hier rief der Journalist
Desmoulins im Juli 1789 das Volk zum Sturz der Monarchie auf.
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Wir sind wieder auf der Insel Cité.
Mitten im Justizpalastkomplex (ehem. Königspalast) versteckt
sich eine kleine gotische Kapelle – Sainte-Chapelle. Diese Kapelle
wurde Mitte des. 13. Jh. neben dem Königspalast gebaut, um die
kostbare christliche Reliquien (Dornenkrone Christi) unterzubringen.
König Ludwig IX. hatte die Reliquien dem Kaiser von Konstantinopel
für 135.000 Livres abgekauft. Die Kosten für den Kapellenbau
lagen bei ca. „nur“ 40.000 Livres. |
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Während der Revolution wurde Sainte-Chapelle
als Symbol der Religion und der Macht stark beschädigt: die Kirchenstühle
und die Reliquien waren verschwunden, die Turmspitze zerstört.
Die meisten Figuren waren jedoch erhalten. 1846 wurden die Restaurierungsarbeiten
begonnen und heute ist die Kirche ein Farbwunder. |
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Die Kirche hat zwei Ebenen. In der
farbenprächtigen, aber dunklen Unterkirche (auf dem Foto) hatten
Gottesdienste für den Hofstaat stattgefunden. Die Oberkirche
mit viel blau-rotem Glas war nur für die Königsfamilie
zugänglich. Erstaunt ist es, wie so eine zerbrechliche Schönheit
den Lauf der Zeit überdauerte. Mehr als die Hälfte der
riesigen Fenster ist noch original erhalten.
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Es war schön, nach jahrelanger
Pause die französisch-russischen Mathematiker Hassane und Juri
zu treffen. Beim Essen im gemütlichen tunesischen Restaurant
war es nett, mit Hassanes Freundin Laurence, die in Berlin 14 Jahre
lang gelebt hat, auf Deutsch zu unterhalten. Den erwachsenen Sohn
von Hassane Slim, der als 12jähriger Schüler bei uns in
der Familie Russisch gelernt hat, habe ich jetzt kaum erkannt. |
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Vom schlichten und bescheidenen (am
Tag) Platz Pigalle laufen wir durch das Rotlichtviertel an der gut
erkennbaren Moulin Rouge vorbei, in Richtung Montmartre. In dieser
Mühle ist niemals Mehl gemahlen worden. Hier im Variete und in
der Umgebung wirbelte seit 1889 das Pariser Nachtleben. |
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Nun sind wir fast an der Spitze des
Hügels Montmartre. Im Hintergrund ist die weiße Basilika
Sacré-Coeur zu erkennen. Die erst vor kurzem (1923) gebaute
Kirche beinhaltet verschiedene architektonische Elemente: romanische,
gotische und byzantinische. |
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Zur Kirche führen 200 Stufen
der breiten Treppe oder das Funiculaire. Von dieser idyllischen
Stelle sind wir ins Maison Européenne de la Photographie
gelaufen. Im interessanten Fotografiemuseum sind recht grandiose
Werke der berühmten europäischen Fotografen aus den 60-90er
Jahren des 20. Jh. ausgestellt.
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Vom Haus der Fotografie bietet sich
ein langer Spaziergang entlang der imposanten Rue de Rivoli bis zum
Louvre an. In den Arkaden von den in einem Stil gebauten schicken
Häusern trifft man außer vielen Souvenirläden traditionelle
Cafes, Konditoreien, Bücherläden und noble Boutiques der
modernen Modedesigner. |
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Paris von Oben ist nicht nur von Türmen
und Dächer gut zu sehen, sondern auch von dem Riesenrad, das
neben dem Jardin des Tuileries seine Runden dreht. Von der Abendsbeleuchtung
der Stadt war ich ein wenig enttäuscht, oder ich war einfach
viel zu weit weg von den Objekten, die im Tageslicht oder in der unmittelbaren
Nähe viel interessanter wirken, als vom Riesenrad gesehen. Das
nervöse Blinken des Eiffelturms wirkt m.E. wie die Beleuchtung
eines kitschigen Weihnachtsbaums. |
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Hier ist ein Beispiel der näheren
Betrachtung von den Pariser Sehenswürdigkeiten bei Nacht: ein
Blick über die Seine mit gespiegeltem Licht der Uferlaterne auf
die beleuchtete Notre-Dame. |
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Die letzten Stunden vor der Abreise
haben wir im Jardin du Luxembourg, – einem der beliebtesten
Pariser Parks, verbracht. Hier erholen sich nicht nur die Studenten
der in der Nähe gelegenen Sorbonne, sondern entspannen sich
Anhänger von Yoga und asiatischen Einzelkampfsportarten, üben
Choristen und Schauspieler.
Die symmetrischen Wege des Parks schmücken über 80 Figuren
u.a. der französischen Königinnen. Benannt wurde der Park
nach dem Palais du Luxembourg, das zu Beginn des 17. Jh. im florentinischen
Stil für Maria Médici (Witwe Heinrichs IV.) erbaut wurde.
Etwas versteckt im Schatten großer Bäume liegt die Fontaine
de Médicis, ein Brunnen im Stil italienischer Grotten.
Was für ein Aquarium mit bunten Plastikflaschen im Vordergrund
steht, bleibt fürs nächste Mal zu klären.
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