Fotoalbum "Sommerurlaub 2005 (3/4): Paris"

In Paris waren wir nur drei Tage gewesen. Für diese Stadt ist es nicht lang. Aber ohne Touristengruppe, mit einem guten Reiseführer und etwas Zeit fürs Fotografieren kann man schon viele tolle Sehenswürdigkeiten entdecken, die ich in den nächsten zwei Alben zeigen möchte.

Das m.E. imposanteste Gebäude von Paris: Hotel de Ville (das Rathaus). Gebaut wurde dieses Renaissancewerk im 16. Jh., nachdem der König Franz I. Oberitalien besichtigt hat. Für den Bau wurden italienische Baumeister und Künstler verpflichtet, u.a. auch Leonardo da Vinci.

In der Zeit, als wir in Paris waren, hat die Stadt aktiv dafür gekämpft, Gastgeber der olympischen Spiele 2012 zu werden.

Vom Ufer Hotel de Ville öffnet sich ein Blick zur Seine, zur Brücke Pont d’Arcole und zum Teil der Insel Cité, die im Mittelalter das Zentrum der Stadt war. Das Gebäude mit der Kuppel konnte ich nur als Krankenhaus Hotel-Dieu identifizieren. Dieses Krankenhaus stand hier schon im 7. Jh.

Drei markante Rundtürme weiter rechts sind ein Teil des Gebäudes Conciergerie (Hausmeisterhof). Das Gemäuer an der Seineseite diente Jahrhunderte lang als Staatsgefängnis, nachdem die französische Könige den Palast auf der Insel verlassen haben. Zur heutigen Zeit wird dieser Gebäudekomplex durch Justizministerium und Justizpalast belegt.

Notre-Dame de Paris: diese gotische Kathedrale wurde ca. 150 Jahre ab 1163 gebaut. Über den drei Portalen befindet sich die Königsgalerie. 28 Originalfiguren der biblischen Könige wurden in der Französischen Revolution als Symbole der Monarchie zerstört, weil man sie für Statuen der Könige Frankreichs hielt. Später wurden die Kopien in die Nischen gestellt. Erst 1977 wurden Reste von den Originalfiguren gefunden, die ein Monarchist vergraben hatte. Heute befinden sie sich im Mittelaltermuseum von Paris.

Nun zu den „Spuren von Dan Brown“. So traurig sieht der Eingang in die Kirche Saint-Sulpice aus.
Die Bauarbeiten der Kirche Saint-Sulpice begannen Mitte der 17. Jh., die Fassade mit zwei unterschiedlichen Türmen und einer langen Kolonnade wurde erst 100 Jahre später beendet.

In der Kirche habe ich sofort die s.g. Rosenlinie gefunden, die so mysteriös im „Sakrileg“ beschrieben ist. Alles entspricht der Beschreibung von Dan Brown. Diese Stelle
der Kirche ist sehr dunkel. Die Wände sind durch sehr nachgedunkelte Gemälde geschmückt.

Ich konnte keine großen Mengen von Touristen, die nach den Spuren von Dan Brown suchen, feststellen.

Die zweite Ebene der Saint-Sulpice sieht durch helle Stein und große Fenster viel heller aus.

Bleiben wir mal kurz beim Kirchenthema. Saint-Denis (20 km nördlich vom Pariser Zentrum), wo wir beim guten Freund übernachtet haben, entstand aus einer der reichsten mittelalterlichen Abteien Frankreichs. Die Abteilkirche (Saint-Denis Basilique) ist als Gründungsbau der Gotik eine Grabstätte des heiligen Dionysios und der Dynastie der französischen Könige.

Der Legende nach hat der christliche Missionar Dionysios (St. Denis) im 3. Jh. nach eigener Enthauptung seinen Kopf in die Hände genommen und ist vom Montmartre zu Fuß nach Norden bis zu dieser Stelle gelaufen. Da sollte er bestattet sein. Die Kirche über dem Grab des Märtyrers entwickelte sich bald zum Wallfahrtsziel. Zwölf Jahrhunderte seit dem 7. Jh. wurden hier fast alle französischen Könige feierlich bestattet.

Trotz des unmittelbar nach dem Bauende eingestürzten linken Turms wurde die Saint-Denis Basilique zum Vorbild der gotischen Kathedralen Frankreichs.

In der untergehenden Sonne sieht alles schöner aus, wie z.B. dieses unbekannte Gebäude in der Nähe vom Pont des Arts. Trés bon!
Wir überqueren die Seine über Pont du Carrousel und sehen hinter der parallelen Brücke Pont des Arts die Insel Cité mit den zwei Türmen von Notre-Dame.
Pont du Carrousel führt uns direkt in den Hof des größten Museums der Welt. Die 22 m hohe Glaspyramide wurde als Eingang in den Louvre in den 80er Jahren des 20. Jh. nach dem Projekt eines amerikanischen Architekten gebaut. Im Vordergrund sitzt auf dem versteinerten Pferd der versteinerte „Sonnenkönig“ Ludwig IV.
Die „selbstbewusste“ und zeitlose kristallklare Pyramide wurde viel kritisiert. Aber der Eiffelturm wurde auch erst viel später einhellig akzeptiert. Mir und meiner Kamera sind solche Objekte sehr sympathisch!

Den Übergang vom Louvre zum Jardin des Tuileries bildet der zierliche Arc de Triomphe du Carrousel. Dieser Triumphbogen entstand 1805 als Nachbildung des römischen Septimus-Severus-Bogens. Am Anfang war der Bogen durch vier bronzene Pferde aus Venedig geschmückt. Nach der Schlacht von Waterloo und dem Sturz des Kaisers wurden diese Figuren, wie viele andere, zurückgegeben.

Weit hinter dem Bogen ist die ägyptische Säule auf dem Place de la Concorde und der große Triumphbogen auf dem Place de l’Etoile zu sehen.

Louvre bei Nacht.
Der Pont Alexandre III ist mit üppigem Dekor der „Belle Epoque“ die pompöseste Brücke von Paris. Gebaut wurde dieses Meisterwerk der Ingenieurbaukunst anlässlich der Weltausstellung im Jahr 1900. Auf dem Bild ist eine der vier gleichen Kolonnen der Brücke zu sehen.

Und nichts geht natürlich ohne den glänzenden eleganten Eiffelturm.

Zwischen dem Eiffelturm und dem Invalidendom (der hinter unserem Rücken steht) wurden vor kurzem zwei Säulengruppen mit einer eckigen Glasmetallkonstruktion dazwischen gestellt. Überall sind Beschriftungen zu sehen, deren Bedeutung uns unbekannt blieb. Junge Leute mit Gitarren sammeln sich abends an dieser Stelle. Voilà – hier ist die Romantik der großen Stadt zu spüren!!!

Im nächsten Album sehen wir einiges, was uns innerhalb der restlichen 1,5 Tagen in die Augen sprang.

© 2003—2008 Valentina Behn