Fotoalbum "Sommerurlaub 2005 (1/4): Deutschland"

Diesen Sommerurlaub haben wir im Herzen von Mitteleuropa verbracht. Außer kleinen Stadt- und Bergwanderungen haben wir kleine Ein-, Zwei- oder Dreitagetouren mit dem Auto, Bus und Schiff unternommen.

Meine Mutter und ich im Zentrum von Bonn.
Der Siebengebirgslinienschiff "Petersberg" hat uns von Bonn nach Winningen (an der Mosel) und zurück gebracht.
Die ersten Stunden der Hinfahrt waren am schönsten - wir konnten "open air" die Sonne und den Wind genießen. Später, als die Sonne unerträglich heiß wurde, mussten wir uns ins Schiffsinnere am Tisch platzieren und während der weiteren mehrstündigen Fahrt das schwer zu verstehende Gequatsche der Urrheinländer mithören.
Zwei Türme der zerstörten Brücke von Remagen. Die US-Truppen besetzten diese Eisenbahnbrücke als einzige intakte Rheinbrücke im März 1945. 10 Tage später stürzte sie nach zahllosen Truppentransporten ein.
Neuendorf ist ein kleiner Ort am Rhein nicht weit weg vom „Deutschen Eck“ (so heißt die Einmündung der Mosel in den Rhein).

Der Name „Deutsches Eck“ für diese Landspitze erinnert an den Deutschen Ritterorden, der hier 1216 seine Ordenhäuser gründete. Hier steht auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Dessen Sockel diente von 1953 bis 1990 als Mahnmal der Deutschen Einheit.

Nachdem wir durch mehrere Schleusen an der Mosel gefahren sind, haben wir endlich das Weinstädtchen Winningen erreicht. Die gemütlichen Gassen sind hier mit Weinbögen geschmückt. Im Herbst finden in Winningen traditionelle Weinfeste und die Wahl der Weinkönigin statt.
Ein typischer Blick entlang Oberrhein und Mosel. Die Weinberge sind fast überall. An der Mosel allerdings trifft man zurzeit immer mehr leere Grundstücke zum Verkauf. Die Konkurrenz wächst.

Am anderen Tag haben wir meinen Lieblings-Ort in der Nähe von Bonn besichtigt: den Brühler Park. Über Brühl und seine Schlösser habe ich schon zwei Alben zusammengestellt. Hier bewerten wir nun mal kurz die Arbeit des fleißigen Gärtners.

Minutenlang ist der Gärtner durch die Wege des Parks gelaufen und hat jedes Detail seiner Rasensprengeranlage überprüft. Nach der kurzen Vorwarnung hat er die Konstruktion mit drehenden Rasensprengern zum Laufen gebracht.

… und dann kam Regen!
Die Außenrenovierungsarbeiten am Schlösschen Falkenlust sind nun abgeschlossen. Über dieses Werk des Weltkulturerbes und dessen Geschichte habe ich im früheren Fotoalbum (LINK!!!) etwas erzählt.
Mama und ich auf der Allee, die die Brühler Schlösser verbindet.
Nun sind wir in Norddeutschland, was an den Backsteinbauten leicht zu erkennen ist. Die alte Hansestadt Lüneburg ist vor allem durch ihre Salzquellen bekannt, im Gegensatz zur Nachbarstadt Uelzen, deren Zuckerfabrik eine der größten in Europa ist.
Und hier sind wir schon im Hof des imposanten Rathauses von Hamburg. Gebaut 1897 ist dieses Neo-Renaissancebauwerk das insgesamt sechste Rathausgebäude in der Geschichte der Stadt. Das vierte wurde 1842 beim großen Stadtbrand gesprengt und das fünfte war nur ein Provisorium.

Das idyllische Segelrevier in Zentrum von Hamburg – die Außenalster – ist nichts anderes, als ein Nebenfluss der Elbe.

Ein bisschen Bergsteigen gehörte in unserem Urlaub dazu. Südlich von Bonn entlang dem rechten Rheinufer liegt das älteste deutsche Naturschutzgebiet: Siebengebirge. Wir sind auf den bekannteste Berg (Drachenfels, 321 m) hoch gelaufen, um diesen herrlichen Blick auf die Insel Nonnenwert zu genießen.

Und nun sind wir in der ältesten Stadt Deutschlands. Trier wurde schon 16 v. Chr. vom Kaiser Augustus (Augusta Treverorum) gegründet. Zahlreiche Römerbauten und Kirchen prägen das Stadtbild.

Hier ist m.E. eins der beeindruckenden Beispiele der römischen Architektur: Aula Palatina (Palastaula), die unter Kaiser Konstantin dem Großen Anfang des 4. Jh. erbaut wurde.

Heute wird dieses grandiose Werk als evangelische Kirche genutzt.
Aus der Römischen Palastaula erwuchs im 10. Jh. das mittelalterliche Kurfürstliche Palais. Im 17. Jh. wurde dieses als Renaissanceschloss umgebaut. Der Palastgarten wurde erst 300 Jahre später angelegt.
Ruinen der Römischen Kaiserthermen (4. Jh.) sind weiterer Höhepunkt des Stadtrundganges. An dieser Stelle stand eine der größten Badeanlagen des Römischen Reichs.
In einem gemütlichen Hof des Stadtzentrums steht ein kleiner Beweis, dass Römer u.a. Seefahrer waren.
Das Zentrum von der Trierer Altstadt ist natürlich der Marktplatz, der mit Gebäuden aus dem 12-15 Jh. bebaut ist.

Die Visitenkarte von Trier ist das mächtige Stadttor am Nordrand der Altstadt: Porta Nigra. Die römische Stadtbefestigung entstand Ende des 2. Jh. Die schwarzen Quader aus Sandstein wurden ursprünglich ohne Mörtel aufeinander gesetzt und nur von eisernen Klammern zusammengehalten. Vom 10. bis 19. Jh. diente die Porta Nigra als Basilika des Simeonstiftes.

In Trier haben wir natürlich noch den Dom, wo der Rock Christi in Verwahrung ist, besichtigt und die neben dem Dom stehende Liebfrauenkirche, eine der ersten gotischen Kirchen in Deutschland (gebaut 1270).

Damit beenden wir die Touren durch die deutschen Städte. Im nächsten Album besuchen wir unsere kleinen Brüder im Kölner Zoo und fahren zum Teil unterirdisch durch die belgischen Ardennen.

© 2003—2008 Valentina Behn