Fotoalbum "Lissabon: Belem. Atlantikküste" 4/4

Unsere Lissabon Serie beenden wir hier mit der Besichtigung eines Weltkulturerbes – Torre de Belém – und der eindrucksvollen westlichen Atlantikküste.

Vor unseren Augen ist das bekannteste Wahrzeichen Lissabons – der Turm von Belém. 1515 ließ der König Manuel I einen Leuchtturm und eine Verteidigungsfestung auf einer kleinen Insel errichten. Trotz ihrer recht kompakten Größe diente die Anlage als Schutz eines ganzen Stadthafens. Durch eine allmähliche Verlagerung des Uferstreifens steht der Turm jetzt auf dem Festland direkt am Fluss.
Architekt Francisco de Arruda, der zu den großen Baumeistern des manuelinischen Stils gehörte, hat zeitweilig in Nordafrika gearbeitet, dadurch war er mit Elementen der arabischen Bauweise vertraut.

Die Torre de Belém war Schauplatz zahlreicher geschichtlicher Ereignisse. Von dieser Stelle sind portugiesische Seefahrer los gefahren. Der Turm war ebenso das Erste, was sie nach ihrer Rückkehr gesehen haben.

U.a. begann im Jahr 1580 mit der Eroberung des Turms die 60-jährige spanische Herrschaft über Portugal.

Die doppelbögigen Fenster sowie die kleinen Austritte lassen venezianische Assoziationen entstehen.
Zur Anlage gehört neben dem vierstöckigen Turm eine Bastion auf sechseckigem Grundriss. Diese wurde bewusst in Form eines Schiffsbugs gestaltet, der ins Wasser ragt.
Noch ein ins Wasser ragendes Monument: seit Mitte des 20. Jh. steht in Belém dieses Denkmal der Entdeckungen. Die Eingangsfront wird durch ein überdimensionales Schwert gegliedert.
Hinter dem ganz oben stehenden Heinrich dem Seefahrer sind unterschiedliche Personen dargestellt, die in irgendeiner Form an den Entdeckungs- und Eroberungsfahrten beteiligt waren (der König Manuel I, der Dichter Luis de Camoes usw.).
Wegen des tollen Wetters hatten wir Belém zum zweiten Mal besichtigt. Beim ersten Mal mussten wir wegen strömenden Regen (s. erstes Foto) ein paar Stunden in einem Café beim Postkartenschreiben verbringen. Im nächsten Café in Belém hatten wir dann die Lissabonner Spezialität verkostet: die berühmten Törtchen, die aus der gelben Eier-Vanille-Sahne-Masse im Blätterteig bestehen. Erst nach zwei-drei Pastetchen erkennt man deren feinen Geschmack und will einfach mehr davon!
Das kleine Seebad Azenhas do Mar (100 km nordwestlich von Lissabon) war zu Beginn des 20. Jh. eine Art Künstlerdorf. Immer wieder wurde dieses Fischerdorf mit seinen Häuschen, die sich in Felsen hinaufziehen, als tolles Motiv gewählt.

Nach dem langen Starren auf diese wunderschöne Panoramas sind wir durch das stille Dorf gelaufen und haben Fischbuchten oder Boote an der Küste gesucht. Erstaunlicherweise gab es keinen typischen Zugang zum Wasser für Fischer, nur steile Felsen. Die Fischerei muss also in einem Nachbarort stattfinden. Oder dient das offene Schwimmbecken (s. großen grauen Fleck auf dem Foto) als Reservoir, wo mit großen Wellen auch Fische geliefert werden?

…Seufz… Ich konnte noch länger an dieser wunderschönen Stelle sitzen und träumen und einfach genießen, aber im Reiseführer gab es noch viele „Sterne“, die wir am letzten Tag unserer Reise abhaken wollten!

Diese Küste etwas nördlicher vom gerade gesehenen Fischerdorf deutete immer noch nicht wirklich auf normales Fischen vom Fischerboot hin.
Ich weiß nicht, ob im Sommer oder Herbst die Flora hier anders aussieht, aber es war schon sehr nett, die blühende Frühlingszeit in Portugal zu verbringen.
Am westlichsten Punkt des europäischen Kontinents: am Cabo da Roca, wo laut ausgegebenem Zertifikat „das Land endet und das Meer beginnt“…
„… und wo Glaube und Unternehmungsgeist die portugiesischen Karavellen zur Entdeckung neuer Welten für die Welt führten“.
Eins der ersten Feinsandstrände südlich von Cabo da Roca. Ein wahnsinnig lautes aber angenehmes Ozeanrauschen, starker Wind, Wellen, Surfer… und ein glücklicher Kai, der seine Füße im Atlantik badete, – das sind meine Erinnerungen an diesen Ort Praia do Guincho, der zur Hauptsaison überfüllt ist.
Langsam fahren wir wieder zurück in Richtung Lissabon. Dieser Ort Boca do Inferno („Höllenschlund“) bietet bei windigem Wetter ein Spektakel zum Thema „Urgewalt des Atlantischen Ozeans“. Wir haben den Wind an diesem Tag überall erwischt, nur nicht in diesem Ort.
Solange der Ozean nicht verrückt spielt, können die Einheimischen in Ruhe fischen.
Und jetzt sagt uns die aufgehende Sonne, die wir von Balkon des Hotelzimmers sehen, -„Bis zum nächsten Mal in Lissabon!“

Das war es also – die erste Reise mit einem Billigflieger ist vorbei. Auf dem Rückweg wurden schon die nächsten Ziele diskutiert: Budapest, dann London, dann werden wir sehen… Nochmals Danke an Thomas und Kai (an Thomas extra für die Unterstützung bei der Erstellung dieser Fotoberichte)!!!

© 2003—2008 Valentina Behn