Fotoalbum "Lissabon: Zentrum. Straßenbahn. Lift. Jeronimoskloster." 1/4

Nachdem sämtliche südlichen Reiseziele des Kölner Billigflieger-Anbieters durchduskutiert wurden, stand fest, dass keiner von uns vier Lissabon besichtigt hat. Es war danach nur eine Frage der erflgreichen Organisation und nun sitzen wir im Flieger und lernen die ersten Wörter auf portugiesisch...

Ein Blick durchs Flugzeugfenster auf den Fluss Tejo.

Kurz vor unserer Landung sehen wir das riesige s.g. Strohmeer, eine seeartige Erweiterung des Tejo kurz vor seiner Mündung in den Atlantik.

Über dieses Strohmeer führt die 17 km lange Brücke Vasco da Gama.

Nun sind wir in der Stadtmitte, schauen auf den Platz Rossio.

Die Säulenspitze wird mit der Statue von Don Pedro IV (erster liberaler König Portugals) geschmückt. Hinter der Säule sehen wir das Nationaltheater.

Das Foto wurde von der Plattform des Fahrstuhls Carmo gemacht. Elevatoren (oder Lifte) sind in Lissabon eines der öffentlichen Verkehrsmittel.

Das Theater trägt den Namen von der Königin Donna Maria II, Tochter von Pedro IV. Die Mosaik-Pflasterung vor dem Theater wurde erst im 19. Jh. gelegt. Die Stadt wurde mehrmals nach den Erdbeben um- oder neu gebaut. Das stärkste Erdbeben war 1755.

Jetzt schauen wir vom Platzzentrum in Richtung Fahrstuhl Carmo (links). Der kleine Übergang von der Liftplattform führt zu De Carmo, der einzigen gotischen Kirche Lissabons. Momentan wird die Kirche restauriert.

Der Lift verbindet die „untere Stadt“ mit der „oberen Stadt“.

Die Kirche De Carmo durch das Liftgitter. Der Lift wurde im neogotischen Stil aus Stahl Anfang des 20. Jh. gebaut.

Das prachtvolle Portal des Hauptbahnhofs ist ein klassisches Beispiel des „neomanuelinischen“ Stils in Lissabon. Der König Manuel I herrschte in der Zeit der kulturellen und wirtschaftlichen Prosperität Portugals (während der großen Übersee-Entdeckungen in 15.-16. Jh.).

Die Mischung aus mauretanischen, gotischen und Renaissance-Elementen haben die Portugiesen „manuelinischer Stil“ genannt.

Nun stehen wir an einem Aussichtspunkt im Kastell St. George, das auf dem größten Hügel der Stadt angelegt ist. Im Hintergrund ist das Kloster De Fora, das wir noch separat besichtigen werden.

Im Kastell St. George sind wir sämtliche idyllischen Wege zwischen den Türmen gegangen. Das Schloss besetzten noch Römer 250 v.C.

In einem der ruhigen Innenhöfe konnten wir kurz die klassische Gitarrenmusik in der tollen Hof-Akustik genießen.

Hinter mir links ist das weiße Kloster St. Vicent, das auf dem Wappen Portugals abgebildet ist. Rechts neben dem Kloster sehen wir die Kuppel des nationalen Pantheons.
An der ältesten Kirche Se Patriarcal fährt die attraktivste Straßenbahnlinie 28 vorbei. Die niedliche Straßenbahn, deren 4 Räder sich fast unter der Mitte des Wagons befinden, ist am besten für die engen Gassen der hügeligen Altstadt geeignet.
Interessant sind die Zeitinterwale, womit die Linien offiziell (laut Zeitplänen an den Haltstellen) fahren – z.B. alle 17-24 Minuten. Die draußen wartenden Fahrgäste müssen dem Fahrer Zeichen geben, damit der Wagen anhält. Sonst dröhnt die Bahn vorbei. Falls die Bahn voll ist (also fast immer), dröhnt diese sowieso schnell an den Wartenden vorbei.
Das Wageninnere besteht aus lackierten Holzrahmen, gepolsterten Sitzen für ca. 15 Leute, leicht zu öffnenden Fenstern und der Fahrerkabine. Das große Lenkrad rechts vom Fahrer wird nicht betätigt.
Ein anderes Verkehrsmittel in Lissabon: die Seilbahn (eine Mischung zwischen Lift und Straßenbahn). Im Prinzip ein schräger Straßenbahnwagen, der ohne Zwischenstopps hoch und runter ca. 4 Minuten durch die hängende Wäsche in den engen Gassen fährt.
Das, was wie ein normaler Hauseingang aussieht, ist der Eingang zur Talstation der Seilbahn Da Bica.
Diesen vertikalen Lift De Carmo haben wir schon kurz vom Platz Rossio gesehen. Im 32 Meter hohen Turm fahren zwei Kabinen für je 25 Personen.
Der obere Teil des Liftturms im neogotischen Stil.
Nun sind wir auf dem Platz Commercio. Alles, was wir bis jetzt in diesem Fotoalbum gesehen haben (und viel mehr, was aus Platzgründen auf dieser Homepage nicht enthalten ist [Viertel Alfama, z.B.]), wurde von uns im Laufe des ersten Nachmittags besichtigt. Die „bequeme“ Größe Lissabons ermöglicht solche Stadttouren.
An den Triumphbogen grenzen symmetrisch die gelben Ministeriengebäude. In der Platzmitte wurde das Reiterstandbild Joses I aufgestellt. Dieser König hat die Rekonstruktionspläne nach dem Erdbeben 1755 genehmigt. Vor dem Erdbeben stand auf diesem repräsentativen Platz der Palast vom Manuel I. Der Platz öffnet sich zum Tejoufer.
Im weiten Hintergrund auf dem Hügel steht bereits erwähntes Schloss St. George.
Die imposanten Arkadengänge der Ministerien umziehen den Platz an drei Seiten.

Durch den Triumphbogen kommt man in die breite Fußgängerstraße Rua Augusta.

Damit beenden wir den Teil über das historische Zentrum von Lissabon.

Nun besichtigen wir das, was als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO steht - Mosteiro dos Jeronimos - Kloster der Hieronymiten in Belem (5 km westlich vom Lissaboner Zentrum). Die 300 Meter lange Klosteranlage wurde an der Stelle der Gebetskapelle gebaut, wo Seefahrer wie z.B. Vasco da Gama vor Antritt der Reisen gebetet hatten.
Der Klosterkreuzgang wurde von Kunsthistoriker als der „prachtvollste Kreuzgang der Welt“ bezeichnet.
Die manuelinische Ornamentik ist eindrucksvoller Bestandteil der Renaissanceanlage.
Alles ist im perfekten Zustand und einfach faszinierend!
Unauffällig, um die Hochzeitsgesellschaft nicht zu stören, haben wir von Balustrade der Klosterkirche Igreja de Santa Maria die ungewöhnliche Raumwirkung genossen. Die Kirche ist relativ groß, wirkt aber eher kompakt.
Durch die eindrucksvollen Verzierungen der Kirchendecke (teilweise ohne statische Bedeutung) wirkt die ganze Konstruktion unheimlich leicht!

Nun haben wir noch 3 Fotoalben über Lissabon vor uns. Aus ca. 350 Fotos die besten 84 für die Homepage zu wählen, war es nicht sehr leicht. Viel Spaß noch beim Schauen!

© 2003—2008 Valentina Behn