Fotoalbum "Irland (2/2): Nordirland"

Auf dem Weg von Dublin nach Nordirland sind außer grünen hügeligen Wiesen und darauf weidenden Schafen, deren Anzahl 10 mal so groß (!) ist, wie die Bewohneranzahl von Irland, noch einige bedeutende Sehenswürdigkeiten vertreten.

Irland Zu den historischen Wahrzeichen Irlands zählen einige Dutzend erhaltende Rundtürme. Schon in 10 Jh. haben Kelten solche bis zu 30 m hohe Türme in ihren Klöstern gebaut. Der Eingang liegt typischerweise 3 m hoch und zeigt in Richtung der Klosterkirche.
Irland Fast unauffällig haben wir die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland überquert. Darauf weisen viele Feuerwerklager und Geschäfte an der Grenze, weil in Irland private Feuerwerke verboten sind.
Nördlich von Belfast (Hauptstadt Nordirlands) war unser erster Zwischenstopp an der „gewaltigen“ Küste mit ein paar Anglern. Am Horizont soll ca. 30 km entfernt Schottland liegen.
Irland Etwas weiter nördlich haben wir eine zweite Pause gemacht (die Blaue Stunde durfte nicht fehlen!). Der malerische Ort heißt Torr Head und liegt nur 19 km übers Meer entfernt von Schottland. Bis vor kurzem haben Protestanten den Seeweg benutzt, um Gottesdienste zu besuchen.
Irland Nach einer Übernachtung im gemütlichen „very britischen“ im Freien stehenden B&B lag unser Weg zu Carrick-a-Rede - der hängenden Brücke wie aus den Indiana Jones Filmen. Der Fußweg vom Parkplatz bis zur Brücke ist allein schon sehenswert, besonders in den ersten Sonnenstrahlen durch noch neblige kalte Luft an der Küste.
Irland Als der Nebel sich ganz lichtete, kamen die herrlichen Farben vom Meer und der Küste hervor.
Irland Und nun beginnt das Abenteuer: der Weg über die Hängebrücke, die 30 m über dem Meer zwischen zwei Felsen liegt. Die alten Fischer vom nahe liegenden Dorf wollten einen Zugang zum jährlich in Riesenmassen wandernden Fisch ermöglichen. Die Brücke aus Seil und Holz war deren Lösung.
Irland Nach der Adrenalinerhöhung bei der Brückeeroberung erfolgte eine leichte wärmebringende Erhöhung des Alkoholgehaltes des Blutes, und zwar bei einer Whiskeyprobe in der ältesten Whiskeybrennerei der Welt. Seit 1608 wird hier im kleinen Ort Old Bushmills Irish Whiskey gebrannt. Momentan sind in der Brennerei 122 Mitarbeiter beschäftigt. Das leckere Endprodukt ohne Rauchbeigeschmack (!) wird in 50 Länder exportiert.
Irland Östlich von Bushmills befinden sich an der Küste phänomenale Basaltformationen, die absolut „gerecht“ zu dem UNESCO Weltnaturerbe zählen. Der Legende nach soll dieser „Damm“ von einem Riesen erschaffen worden sein (daher der Name Giant’s Causeway = Damm des Riesen), um einen Durchgang nach Schottland zu ermöglichen, wo seine Passion, die Tochter eines anderen Riesen, gelebt hat. Der wissenschaftliche Grund der Dammsentstehung ist jedoch ein massiver Vulkanausbruch vor 60 Mio. Jahren und ein langsamer Abkühlungsprozess von Magma. Auf den Tausenden „Bleistiften“ kann man jetzt klettern, springen, sitzen aber auch einfach spazieren und dazwischen ideale Sechsecke sowie Fotomotive suchen. :)
Irland Der Damm ist so massiv, dass Menschenfiguren darauf wie Liliputaner erscheinen.
Irland Ebenso klein und hilflos sieht ein Mensch vor der schwappenden Welle des Irischen Meeres aus.
Irland Etwas weiter von der Küste entfernt erreichen die Basaltsäulen 12 Meter Höhe.
Irland Der Wanderweg ist mit zahlreichen Steinabbildungen in Form von Tieren, Einrichtungsgegenstände sowie Musikinstrumenten dekoriert. Die Formation auf dem Foto heißt zwar „Die Orgel“, aber manche meine Begleiter haben darin ein Pottwalgebiss erkannt.
Irland Die Kulissen des Wanderwegs sind äußerst abwechslungsreich. Nach den grauen Musikinstrumenten erscheint unförmiges rotes Gestein. Ohne frisches Grasgrün und blauem Meer könnte eine Illusion der Reise nach Arizona oder zum Mars ihre Existenzberechtigung haben. :)
Irland Zahlreiche Nischen im roten Gestein wecken Interesse nicht nur bei Geologen.
Irland Von dem oberen Wanderweg öffnet sich ein Blick auf das Großteil der malerischen Giant’s Causeway Küste.
Irland In derselben nordirischen Grafschaft Antrim nordwestlich von Giant’s Causeway öffnet sich auf einem Steilfelsen mit einer gut sichtbaren Grotte eine perfekte Ruinenkulisse für Horrorfilme à la Dracula. Im Dunluce Castle herrschten vom 13. bis zum 17. Jh. verschiedene adlige Clans, bis es zu einem starken Sturm kam, wobei Teile des Schlosses (angeblich sogar zusammen mit dem Küchenpersonal) ins Meer weggespült wurden. Solche Gruselgeschichten soll man in der Dämmerung hören, am besten unten vor der dunklen Grotte, wo einen alleine schon die gewaltigen Wind- und Wasserströme zum Zittern bringen.
Irland Im windstillen Sonnenuntergang wirken die Ruinensilhouetten vom Dunluce Castle eher meditativ.
Irland Ebenso beruhigend wirkt abends ein langer und breiter von Dünen geschützter Feinsandstrand, wo wir fast einsam den letzten romantischen Zwischenstopp auf dem Weg zurück nach Dublin verbracht haben.

Nun war’s das mit der Reise nach Irland. Trotz der kurzen Zeit und meinem „Löwenhusten“ haben wir vieles geschafft. Ich danke Natascha und Thorsten nochmals für diese wunderbare Gelegenheit und vor allem für ein schnell wirkendes und außerdem leckeres Mittel gegen Erkältung: den berühmten Hot Irish Whiskey!!! :)

© 2003—2008 Valentina Behn