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Zu den historischen Wahrzeichen Irlands
zählen einige Dutzend erhaltende Rundtürme. Schon in 10
Jh. haben Kelten solche bis zu 30 m hohe Türme in ihren Klöstern
gebaut. Der Eingang liegt typischerweise 3 m hoch und zeigt in Richtung
der Klosterkirche. |
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Fast unauffällig haben wir die
Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland überquert.
Darauf weisen viele Feuerwerklager und Geschäfte an der Grenze,
weil in Irland private Feuerwerke verboten sind.
Nördlich von Belfast (Hauptstadt Nordirlands) war unser erster
Zwischenstopp an der „gewaltigen“ Küste mit ein paar
Anglern. Am Horizont soll ca. 30 km entfernt Schottland liegen. |
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Etwas weiter nördlich haben wir
eine zweite Pause gemacht (die Blaue Stunde durfte nicht fehlen!).
Der malerische Ort heißt Torr Head und liegt nur 19 km übers
Meer entfernt von Schottland. Bis vor kurzem haben Protestanten den
Seeweg benutzt, um Gottesdienste zu besuchen. |
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Nach einer Übernachtung im gemütlichen
„very britischen“ im Freien stehenden B&B lag unser
Weg zu Carrick-a-Rede - der hängenden Brücke wie aus den
Indiana Jones Filmen. Der Fußweg vom Parkplatz bis zur Brücke
ist allein schon sehenswert, besonders in den ersten Sonnenstrahlen
durch noch neblige kalte Luft an der Küste. |
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Als der Nebel sich ganz lichtete, kamen
die herrlichen Farben vom Meer und der Küste hervor. |
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Und nun beginnt das Abenteuer: der
Weg über die Hängebrücke, die 30 m über dem Meer
zwischen zwei Felsen liegt. Die alten Fischer vom nahe liegenden Dorf
wollten einen Zugang zum jährlich in Riesenmassen wandernden
Fisch ermöglichen. Die Brücke aus Seil und Holz war deren
Lösung. |
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Nach der Adrenalinerhöhung bei
der Brückeeroberung erfolgte eine leichte wärmebringende
Erhöhung des Alkoholgehaltes des Blutes, und zwar bei einer Whiskeyprobe
in der ältesten Whiskeybrennerei der Welt. Seit 1608 wird hier
im kleinen Ort Old Bushmills Irish Whiskey gebrannt. Momentan sind
in der Brennerei 122 Mitarbeiter beschäftigt. Das leckere Endprodukt
ohne Rauchbeigeschmack (!) wird in 50 Länder exportiert. |
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Östlich von Bushmills befinden
sich an der Küste phänomenale Basaltformationen, die absolut
„gerecht“ zu dem UNESCO Weltnaturerbe zählen. Der
Legende nach soll dieser „Damm“ von einem Riesen erschaffen
worden sein (daher der Name Giant’s Causeway = Damm des Riesen),
um einen Durchgang nach Schottland zu ermöglichen, wo seine Passion,
die Tochter eines anderen Riesen, gelebt hat. Der wissenschaftliche
Grund der Dammsentstehung ist jedoch ein massiver Vulkanausbruch vor
60 Mio. Jahren und ein langsamer Abkühlungsprozess von Magma.
Auf den Tausenden „Bleistiften“ kann man jetzt klettern,
springen, sitzen aber auch einfach spazieren und dazwischen ideale
Sechsecke sowie Fotomotive suchen. :) |
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Der Damm ist so massiv, dass Menschenfiguren
darauf wie Liliputaner erscheinen. |
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Ebenso klein und hilflos sieht ein
Mensch vor der schwappenden Welle des Irischen Meeres aus. |
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Etwas weiter von der Küste entfernt
erreichen die Basaltsäulen 12 Meter Höhe. |
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Der Wanderweg ist mit zahlreichen
Steinabbildungen in Form von Tieren, Einrichtungsgegenstände
sowie Musikinstrumenten dekoriert. Die Formation auf dem Foto heißt
zwar „Die Orgel“, aber manche meine Begleiter haben darin
ein Pottwalgebiss erkannt. |
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Die Kulissen des Wanderwegs sind äußerst
abwechslungsreich. Nach den grauen Musikinstrumenten erscheint unförmiges
rotes Gestein. Ohne frisches Grasgrün und blauem Meer könnte
eine Illusion der Reise nach Arizona oder zum Mars ihre Existenzberechtigung
haben. :) |
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Zahlreiche Nischen im roten Gestein
wecken Interesse nicht nur bei Geologen. |
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Von dem oberen Wanderweg öffnet
sich ein Blick auf das Großteil der malerischen Giant’s
Causeway Küste. |
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In derselben nordirischen Grafschaft
Antrim nordwestlich von Giant’s Causeway öffnet sich auf
einem Steilfelsen mit einer gut sichtbaren Grotte eine perfekte Ruinenkulisse
für Horrorfilme à la Dracula. Im Dunluce Castle herrschten
vom 13. bis zum 17. Jh. verschiedene adlige Clans, bis es zu einem
starken Sturm kam, wobei Teile des Schlosses (angeblich sogar zusammen
mit dem Küchenpersonal) ins Meer weggespült wurden. Solche
Gruselgeschichten soll man in der Dämmerung hören, am besten
unten vor der dunklen Grotte, wo einen alleine schon die gewaltigen
Wind- und Wasserströme zum Zittern bringen. |
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Im windstillen Sonnenuntergang wirken
die Ruinensilhouetten vom Dunluce Castle eher meditativ. |
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Ebenso beruhigend wirkt abends ein
langer und breiter von Dünen geschützter Feinsandstrand,
wo wir fast einsam den letzten romantischen Zwischenstopp auf dem
Weg zurück nach Dublin verbracht haben. |