Fotoalbum "Irland (1/2): Dublin und Howth"

Dank einer Billigfluglinie und vor allem einer LiveJournal-Freundin war eine schöne Kurzreise nach Irland im Herbst 2006 möglich.
Über die Erlebnisse innerhalb von vier Tagen erzählen meine zwei Fotoalben.

Dublin
Irland In Dublin, wo das Wetter in der Regel keine „Highlights“ ins Leben bringt, nimmt ein Mensch einen Pinsel und etwas Farbe, geht aus seinem Haus und macht aus seiner Eingangstür ein hervorragendes Objekt. Auch wenn manche Häuser nicht sehr repräsentativ aussehen, haben sie meistens eine markante „Visitenkarte“ – eine schöne glänzende und mit allem kontrastierende Haustür.
Irland Manchmal reicht die Farbe nicht nur für die Tür. :)
Irland Die wirbelnde Fußgängerzone Temple Bar (früher ein armes Künstlerviertel) gleicht abends einem feiernden Ameisenhaufen: alle Restaurants sind voll, in den Pubs spielt Live-Musik, die auch von den Straßen zu hören ist, kleine Raucher-Klicken plaudern draußen (in den Pubs herrscht in Irland ein herrliches Rauchverbot). Ganz unterschiedliche Parties, ganz abwechslungsreiche Kleidung – von Miniröcken und Netzstrümpfen bis hin zu tollen modischen Hemden und schicken Anzügen. Und frühmorgens (um 10 Uhr :)) putzen die fleißigen Kneipenbesitzer ihre Eingangstüren und Fensterrahmen von außen, machen Witze miteinander und begrüßen Touristen. Und die Touristen, die durch Temple Bar spazieren gehen, stehen plötzlich vor der Wand der Berühmten Menschen (Wall of Fame).
Irland In einem Pub wurde die Eingangstür sogar ausgehängt.
Irland In einigen Blumenkästen wächst Salat oder Kohl (oder einem von beiden sehr ähnliche Pflanze). :)
Irland Geht man aus der Fußgängerzone raus, wird man erst einmal von den Ampelanlagen erschrocken. Bei Grün ist ein lautes kurzes Pfeifgeräusch zu hören, das mit dem Geräusch von Beamen aus Sience Fiction Filmen vergleichbar ist. Instinktiv dreht sich der Kopf zu Seiten, suchend nach aus den Strahlen langsam erscheinenden Teleportierte. :)
In den Straßen ist der anglikanisch-viktorianisch-georgianischer Einfluß nicht zu übersehen.
Irland Diese schöne geschlossene Brücke verbindet die Christ Church mit dem Museum für Mittelalterkunst (Dublinia).
Irland Ein Heiligtum für jeden richtigen Dubliner und Ire ist natürlich die St. Patrick’s Cathedral. Bei der Besichtigung haben wir zufällig einen musikalisch und akustisch vor allem durch das Orgelspiel wunderschönen Gottesdienst mitbekommen. In der Swift-Ecke werden diverse Schriften vom Autor von Gullivers Reisen aufbewahrt. Jonathan Swift war über 30 Jahre lang Dekan der Kathedrale. Seine Totenmaske befindet sich in einem Bücherschrank neben seinem Grab in der Swift-Ecke. In einer anderen Ecke der Kathedrale hängen Gedenktafeln mit Ländernamen (z.B. Birma, was mir neu war), wo Irland Kriege geführt hat.
Irland Inmitten der Altstadt, wo im 10. Jh. eine Festung war, befindet sich ein Schloss namens Dublin Castle. Normannen haben die Festung im 12. Jh. erobert und ausgebaut. Der massive Turm aus Naturstein (Norman Tower) ist bis heute erhalten geblieben - rechts auf dem Foto ist ein Teil davon zu sehen. Die restlichen Gebäudeteile mit gotischen Elementen entstanden in 18.-19. Jh. und dienten als Sitz der britischen Verwaltung.
Irland Am Rande des riesigen Areals des Trinity College stehen nette „very british“ Häuser, deren Vorgärten und Höfe als Tennisplätze angelegt sind.
Irland Ein kleiner Park neben dem Platz des Merrion Square – Erzbischof Ryan’s Park – ist wie für eine Gartenausstellung angelegt. Am Parkrand sitzt auf einem Felsen eine angemalte Bronzestatue von Oscar Wilde. Mit einer in der Nähe stehenden Statue von einer jungen Frau bildet diese arrogant-dekadentwirkende Figur eine interessante Komposition. :)
Irland Der Dubliner Fluss Liffey ist wegen des im Sommer niedrigen Wasserpegels nicht für einen dichten Schiffsverkehr geeignet. Umso ruhiger und netter sind die Spaziergänge entlang des Ufers. Das moderne pyramidenförmige Gebäude im Hintergrund gehört einer Bank.
Howth
Irland

Nordöstlich von Dublin liegt ein mit der Metro erreichbares malerisches Nachbarstädtchen auf einer Halbinsel Howth.

Früher ein kleines Fischerdorf, öffnet sich Howth mit einem idyllischen traditionellen Hafen. Am Ende der langen Mole steht selbstverständlich ein weißroter Leuchtturm. Seemöwen, zahlreiche Fischerboote und Yachten aller Farben und Größen sowie nette kleine Restaurants an dem Ufer füllen das typische nach Abenteuer rufende Hafenbild perfekt.

Irland Was das Wasserbecken von Howth einzigartig macht, sind die frei lebenden Seehunde (oder Robben?), die ab und zu ihre niedlichen glänzenden Köpfe aus dem Wasser heben, um eine Köstlichkeit zu schnappen. Die Freude beim Anschauen solcher Tiere im Freien ist für mich vergleichbar mit der Freude beim Treffen von einem Wal.
Irland Nahe der Küste von Howth befindet sich eine kleine Insel namens Ireland's Eye.
Irland Um die Halbinsel Howth gibt es einige wunderschöne Wanderstrecken mit Blick aufs Meer. Am Anfang trifft man die „Zivilisationszeichen“ wie diesen Gärtner, der auf seinem schrägen Grundstück eine geniale Methode zum Rasenmähen ausübt: das Rasenmäher „hängt“ an einem Seil, der manuell vom Gärtner bewegt wird.
Irland Der Pfad führt langsam nach oben, von wo man die Ireland's Eye (heute ein Vogelschutzgebiet) besser sieht. Je höher man steigt, desto niedriger und gelber werden die Pflanzen.
Irland Und wieder ein Zeichen der Zivilisation – eine „kinoromantische“ Kulisse, die ich nicht verpassen konnte. :)
An dem Felsenplateau, wo wir angekommen sind, fangen mindestens drei Wanderrouten verschiedenen Grades an. Diese testen wir nächstes Mal, wenn wir passende Schuhe haben und nicht in drei Stunden im Flughafen sein müssen. :)

Außerdem haben wir ein wunderschönes Naturerlebnis während dieser Reise bereits genießen können. Darüber in meinem nächsten Fotoalbum "Nordirland".

© 2003—2008 Valentina Behn