Fotoalbum "Budapest"

Nach den unerwarteten Visaschwiergkeiten ist es mir doch gelungen, die Hauptstadt Ungarns zu besichtigen. Auch wenn die Reise dadurch um zwei Tage gekürzt wurde, das Wetter uns nicht besonders verwöhnt hat, waren es zwei tolle "Fotojagdtage" in einer der schönsten Städte der Welt, in einer angenehmen Begleitung! :)

Die imposante Kettenbrücke über die Donau verbindet das königliche Buda mit dem geschäftigen Pest. Diese beiden Stadtteile (früher verschiedene Städte) hatten bis ins 19. Jh. hinein keine feste Verbindung untereinander. Hinter der Brücke auf der Budaseite zeigt sich das große Burgschloss.
Auf der Pester Seite führt die Kettenbrücke zu dem interessanten Jugendstilgebäude – dem Hotel „Four Seasons“, das nicht nur nachts hübsch aussieht und an Bauwerke von Antonio Gaudi in Barcelona erinnert. :)
Nun sind wir weiter oben auf der hügeligen Burgseite, in den gemütlichen Gassen der romantisch verspielten Fischerbastei. Von da aus öffnet sich das Panorama auf die Donau und die flache Pestseite. Diese wurde erst im 19.-20. Jh. aktiv zugebaut. Von fast überall ist die Sankt-Stephans-Basilika zu sehen.
Ebenso von fast überall dominiert der monumentale neogotische Bau, das weltweitgrößte Parlamentgebäude mit der roten Kuppel. Die Mauerbögen im Vordergrund sind ein Teil der gemütlichen Fischerbastei, deren Namen an den nahegelegenen Fischmarkt und den Fischer erinnert, die diesen Abschnitt der Burgmauer traditionell verteidigt hatten.
Die neogotische Pracht etwas näher (leider nur der mittlere Teil beleuchtet). Der überdimensionierte Palast orientierte sich an dem englischen Vorbild. Als es 1902 fertig gebaut wurde, war Ungarn dreimal so groß wie heute.
Am Tag sehen wir an dem Gerüstbau, warum die Beleuchtung momentan nicht vollständig ist.
Am trüben Tag treffen wir in der Nähe vom Parlament auf einen älteren Herrn, der an einer Brücke lehnt. Diese Figur symbolisiert Imre Nagy, der 1956 als Ministerpräsident beim Volksaufstand gegen die sowjetische Besatzung zum Helden wurde.
Mein Bild des Monats!
Die hügelige Budaseite bietet eine kurze Seilbahnstrecke, worüber uns ein stufiger Holzwagen zum Burgschloss bringt.
Neben dem pompösen Barocktor vor dem Burgschloss zeigt sich der Turul-Vogel, der der Sage nach einen Magyarenfürst im 9. Jh. ins „gelobte“ Land, nach Ungarn führte. 600 Jahre lang blieb es Heimatstadt der Magyaren, bevor die Türken 1541 Buda eroberten.
Die Kettenbrücke mal am Tag.
Die Sankt-Stephans-Basilika im Neorenaissance-Stil, die nach 55 Baujahren 1906 fertig war, bewahrt die wichtigste Reliquie der katholischen Kirche Ungarns auf: die rechte Hand des ersten ungarischen Königs Stephan I.
Diesen „hoffnungslosen“ Baum vor der Kirche schmücken Weihnachtslichter. :)
Dank einem großen Zoomfaktor meiner Kamera lassen sich solche Dächerdetails besser betrachten.
Jugendstil pur.
Jugendstil noch purer. :)
Und das ist eins der vielen Häusern im ähnlichen Zustand, die trotz allem für mich als St.Petersburgerin attraktiv sind. Die Stadt ist insgesamt sauber vom Müll, die Luft ist jedoch ziemlich schwer – kein Wunder, bei so vielen Autos, die sich „Lada“ nennen. :)
Wir richten kurz unseren Blick auf eines der typischen Badehäuser von Budapest. Sicherlich ist es für viele Einwohner ein Genuss, bei knapp über 0 Grad draußen in einer 60gradwarmen Quelle zu sitzen und dabei zum Beispiel Schach zu spielen. Entdeckt wurden die heißen (Heil)quellen natürlich durch die Römer. Die Türken haben im 15-16 Jh. für die Verbreitung der Badehäuser gesorgt.
An dem sonnigen Tag: die Kuppel der Sankt-Stephans-Basilika.
Eine der berühmten Shopping-Meilen – die teuerste und nobelste Fußgängerstraße Ungars Váci Utca an einem entspannten sonnigen Sonntag.
In dieser Stadt sind sogar McDonald’s von Jugendstilelementen geprägt und wirken dadurch ziemlich einladend. :) Jedoch lagen unsere Essziele ganz woanders: ein judisches Lokal, ein traditionelles Café „Angelika“ mit leckerer Gulaschsuppe und mein diesmal nicht erfüllter Traum – süßer Palatschinken.
Eins der beeindruckendsten Gebäude Budapests – die große Synagoge mit zwei markanten Zwiebeltürmen.
Neben dem Parlament ist die Große Synagoge noch ein Superlativ der Stadt – diesmal aber nicht weltweit, sondern „nur“ europaweit (3000 Plätze). Erkennbar ist wieder der Jugendstil, gemischt mit den maurisch-byzantischen Elementen.
Die Besichtigung des Synagogenkomplexes (u.a. des Jüdischen Museums, des Parks mit dem symbolischen Weidenbaum, deren bewegliche Blätter mit Namen der im 2. Weltkrieg verschollenen Juden gezeichnet sind) war die emotionsenthaltendste Museumführung, die ich je erlebt hatte. Nichts könnte mich im Jüdischen Museum mehr beeindrucken, als die Erzählungen einer netten Reiseführerin, die das Getto von 1944 überlebt hat.
Hier sehen wir die Große Synagoge nochmals von außen.
Mit der „Kleinen Königin“ an der Pester Promenade. :)

Als es mit dem Wetter am schönsten war, mussten wir leider wieder zurück fliegen. Aber fürs erste Mal genug. :)

© 2003—2008 Valentina Behn