Fotoalbum "Brühl im Sommer"

Im kalten Monat Februar hatten wir schon mal das Schloss Augustusburg in Brühl besichtigt. Wie angekündigt, sind wir nun auch im Sommer nach Brühl gefahren. Ob es sich gelohnt hat, sagen die Fotos und meine Kommentare in diesem kleinen Album.

Juli

Februar
Über das Barockschloss Augustusburg sowie über seinen Besitzer Kurfürst und Erzbischof Clemens August hatte ich im letzten Album ein bisschen erzählt.

Hier gehen wir einfach durch den bunten Garten und durch den schattigen Wald spazieren und erreichen ein anderes Schlösschen - Falkenkust.

Auf dem ersten Foto sieht man, warum ich unbedingt im Sommer nach Brühl wollte. Das einzige, was fehlt, ist eine Fontaine in der Mitte. Ein wenig später sehen wir sie noch!

Eine riesige Terrasse mit Blick auf den Barockgarten vor dem Seiteneingang des Schlosses Augustusburg. Am früheren Juli Morgen war es noch ruhig im Garten, bis eine Hochzeitsgesellschaft fürs Fotoshooting sich vor dem Eingang versammelt hat. Gesprochen wurde Russisch (wer kann es sich sonst leisten, im Schloss zu heiraten :-)), getrunken wurde dabei natürlich "Sowjetskoe Champagneskoje".
Unten in der Mitte der Treppe posiert gerade das Hochzeitspaar. Im Hintergrund ist die linke Seite des Schlosses Augustusburg.

Wir entfernen uns vom Schloss, gehen durch den Garten und schauen kurz zurück - ein mal im Juli und ein mal vor 6 Monaten.

Wir ziehen weiter durch den Wald zum zweiten Schloss - Falkenlust. Clemens August hatte ein leidenschaftliches Hobby - er ging gerne auf Falkenjagd. Organisiert wurde diese Jagd oft sehr großzügig, viele Adlige durften den faszinierenden Luftkampf zwischen den Falken und deren Opfern (in der Regel waren es Reiher oder Kraniche) zuschauen. Um die Langeweile auf dem Weg zum Schloss Falkenlust zu vermeiden, wurde in der Mitte der Allee auf einem gut präparierten Rasen Krokett gespielt.

Wie wir aus der Schlossführung mitbekommen haben, hatte man im 18. Jahrhundert eine panische Angst vor Langeweile gehabt. Außerdem Rheinland ist Rheinland :-).

Das Schloss Falkenlust wurde zu dem Zeitpunkt, wo wir es besichtigten, gerade restauriert. Von außen war es leider kein attraktives Fotoobjekt. Drinnen war Fotografieren auch nicht erlaubt, deswegen nur ein paar Außenfotos.

Hier steht neben dem Schloss eine kleine Kapelle, die innen mit Muscheln und Steinen dekoriert ist.

So sieht die Kapelle von innen aus.
Und von außen sieht man ebenfalls eine Muscheldekoration.
Einige Worte zum Schloss Falkenlust. Das Schloss hat zwei Seitenflügel und zwei Stockwerke, die durch ein massives Treppenhaus miteinander verbunden sind. Die Wände des Treppenhauses sind mit weissblauen Kacheln mit Falkenjagdmotiven dekoriert. Das Falkenjagdthema ist überall im Schloss abgebildet, sogar die Toilettenwände sind mit den Falkenportraits bedeckt. Ca. 40 Vögel haben in den Schlossflügeln zusammen mit den Falknern gewohnt.

Im Speiseraum stehen nur Stühle, aber kein Tisch. Damals wurde für jeden Gast ein Klapptablett serviert und nach dem Essen wieder abgeräumt. Einmal wurde im Schloss ein kleines Frühstück für 20 Personen organisiert. Der Auftraggeber war ein Freund vom Kurfürst - Giacomo Casanova, der von einer Dame aus Köln etwas mehr wollte, als sie nur einmal bei der Falkenjagd zu sehen. Die Dame hatte daraufhin den Chevalier später ebenfalls zu sich eingeladen. Das Frühstück war also nicht vergebens gewesen, zumal im Schloss ein Gästeschlafzimmer für ganz enge Freunde des Kurfürsten existierte.

In einem typischen Barockschloss des 18. Jahrhunderts gab es oft ein chinesisches Kabinett oder ein Teezimmer, wo Porzellanfiguren ausgestellt wurden. So ein Raum existiert auch in unserem Schlösschen. Auf dem Kaminsims sowie auf den kleinen Regalen und in den Wandnischen stehen hunderte Väschen und Figürchen aus Porzellan und spiegeln sich in den Wandspiegeln. Insgesamt ein schönes Bild (worauf im 18. Jahrhundert geachtet wurde), wenn man aber genauer auf Details schaut, erkennt man dort einige ursprünglich horizontale Landschaftsbilder in den vertikalen Wandnischen einfach um 90 Grad verdreht. Oder es fehlt z.B. einem Falken der Kopf. Angefangen wurde das Bild von unten, nämlich vom Ast, worauf der Vogel sitzen sollte, und der obere Teil hat nicht komplett ins Bild gepasst. Et kütt wie et kütt, hat damals der Maler gesagt. :-)

Nun sind wir wieder zurück zum großen Schloss Augustusburg gekommen. In der Verlängerung der linken Seite des Schlosses befindet sich ein Restaurant, vor dem ein kleiner ruhiger Hofgarten liegt.
Im Vordergrund ist eine Gartenblume, im Hintergrund steht ein Nebengebäude. Beide sind mir unbekannt. Wer weiß, was das ist - bitte zurückmelden, Danke!

...Und schon die erste Rückmeldung: die Pflanze ist eine Datura (Engelstrompete). Danke, Thomas!

Und jetzt sind auch die Fontainen angesprungen! Der Juli-Tag in Brühl hat sich definitiv gelohnt!

Das war's erstmal über die Brühlschlösser. Bis zum nächsten Mal.

© 2003—2008 Valentina Behn