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Im 9. Jh. stand
eine bedeutende Wasserburg auf dieser Stelle. Fast 150 Jahre wurde
Köln von Brühl aus regiert.
Nachdem im 17. Jh. die Burg von fremden Truppen
verbrannt wurde, hat der neue Kurfürst und Erzbischof von Köln
Clemens August (1700-1761) mit der Errichtung des neuen, modernen
Schlosses im Rokokostil begonnen.
So sieht das Schloss
von vorne aus. Hinter dem Einganstor in der Mitte, rechts vom
Hauptportal ist ein weltberühmtes 4 Etagen hohes Treppenhaus (Architekt
B. Neumann). Mehr dazu etwas später. |
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Neben dem linken
Flügel des Schlosses liegt ein großer Park. Wir gehen lieber im
Sommer dahin, wenn die Fontainen in Betrieb sind und alles bunt
ist. |
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Im Park gibt es
Teiche und in den Teichen Reflektionen von nebenliegenden Häuser.
Hier habe ich das Bild von so einem Haus einfach umgedreht, so
dass etwas romantisches im Bild liegt :-). |
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Der erste Schlossbesitzer
Clemens August war sehr beliebt in Rheinland. Schließlich hat
er es geschafft 40 Jahre lang für das rheinische Land Frieden
zu bringen.
Zwei Motive veranlaßten Clemens August zum Bau
an dieser Stelle: Die Schönheit des Ortes und seine günstige Lage
für die Falkenjagd, die der Fürst mit Leidenschaft betrieb.
Nach der Entlassung
des Architekten Conrad Schlaun entwickelte Cuvilliés 1728 einen
neuen Gesamtplan für die Umgestaltung und Verbesserung des durch
seinen Vorgänger eben erst vollendeten Rohbaus. Er nahm dem Bau
seinen Charakter als Wasserburg und wandelte ihn um in eine moderne
Sommerresidenz. Der Hauptresidenz war in Bonn, dem Schloss, das
heute als Sitz für die Universität dient. |
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Eine der "französischen"
Einflüsse im Park - der im Renaissencestil geschnittene Busch
vor dem Schloss.
In dem Schloss haben wir eine interessante Führung
mitgemacht. Leider durfte man da keine Fotos machen. Einige Innenaufnahmen
kann man aber hier oder auch hier finden. |
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Das Schloss Augustusburg
sowie die Brühler Gärten stehen in der Liste des Weltkulturerbes
von der UNESCO. Jährlich werden im Park Bäume geschnitten und
im Schloss alle Kristallleuchter gereinigt. Das ganze Schloss
wird nur von vier Frauen sauber gehalten.
In einem der damaligen Vorzeigeappartments hängt ein relativ
kleines Bild. Der italienische Maler Carlo Carlone malte das als
"Skizze" zu seinem finalen Werk - den großen Deckenfresken
des Treppenhauses. Damals sind solche Skizzen nach der Arbeit
in der Tonne gelandet und keiner konnte sich vorstellen, dass
jene heute als wertvolle Museumsstücke gehandelt werden. |
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An den Wänden
hängen viele Portraits. Eines davon ist ziemlich außergewöhnlich,
nähmlich das Portrait des preußischen Königs Friedrich I. Dem
König schien die Politik von Clemens August viel zu unprofessionell,
nur aus dem Bauch heraus agierend, nicht logisch und nicht rational
- einfach zu "rheinländisch" halt. Der Clemens August
konnte den preußischen König ebensowenig leiden und trotzdem hängt
das Königsportrait in einem der Empfangsräume.
Damals waren fast alle Herrscher gegenseitig mehr
oder weniger verwandt. Häufige Verwandschaftsbesuche waren aufgrund
der fehlenden Zeit und, für damalige Verhältnisse, großen Entfernungen
nicht möglich. Als Visitenkarten wurden durch die Botschafter
oft die Portraits der Herrscher mitgeschickt, und so hatte man
eine Vorstellung, wie die Verwandten aussahen. |
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Auf dem Vordergrund
ist eine Fontaine, die momentan nicht in Betrieb ist. Das ermöglicht
uns die komplette linke Seite des Schlosses und ihre Reflektion
im Wasser zu einzufangen.
Die Schlossführer haben viele interessante Geschichen.
In der Zeit wo Bonn die Bundeshauptstadt war, diente das Brühler
Schloss als offizielle Residenz aller politischen Staatsgäste.
In den 60 Jahren hatte die englische Queen vor ihrem Besuch extra
einen Wunsch geäußert - wie gewohnt, sollte die Toilette eine
Minidusche und einen Fön haben. So ein Klo wurde extra nach diesem
Wunsch im Schloss eingebaut. Die Königin war zufrieden, aber die
späteren Gäste kamen mit der Benutzung der Minidusche nicht klar.
Wahrscheinlich saßen sie einfach nicht ganz gerade auf dem Klo.
Oft war es extrem peinlich wenn die Jacken nach dem Toilettenbesuch
nass waren. Die Toilette wurde abgebaut und 20 Jahre später wieder
kurz aufgebaut, als die Queen nochmals Deutschland besucht hatte. |
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Hier auf dem Foto ist ein Portal über den Haupteingang
mit den Kurfürst- und Erzbischofinsignien. Das Schloss Augustusburg
hat einen kleinen Nachbarn - dem Schloss Falkenlust, wo wir mal
im Sommer hinfahren werden und uns die Jagdgeschichten erzählen
lassen. Jetzt als Vorwort die Definition einer Falkenjagd: Bei
der Falkenjagd ist der Falke das Jagdgerät und nicht das Opfer.
Falken sollten Reiher oder Kraniche niederzwingen und die Kunst
des Jägers war auf den möglichst unverletzten Vogel einen Ring
zu befestigen, wo das Datum und der Name des Jägers standen. Danach
wurde das Opfer wieder freigelassen. Wurde das Jagdopfer durch
die Falken getötet, so galt die Jagd als ein Miserfolg. |